G20-Gipfel kämpft gegen Corona, Donald Trump spielt lieber Golf

Riad - Corona-Pandemie, Klimawandel, Wiederbelebung der Weltwirtschaft: Die G20 befasst sich bei ihrem Videogipfel mit den großen Baustellen. Doch Donald Trump scheint sich dafür nur noch bedingt zu interessieren.

Während die G20 über die größten Probleme der Menschheit diskutieren, gönnt sich US-Präsident Donald Trump (74) eine Golf-Pause.
Während die G20 über die größten Probleme der Menschheit diskutieren, gönnt sich US-Präsident Donald Trump (74) eine Golf-Pause.  © Manuel Balce Ceneta/AP/dpa

Mit Beratungen über den Klimawandel setzen die Staats- und Regierungschefs der führenden Wirtschaftsmächte am Sonntag ihren G20-Gipfel fort. Zum Abschluss der zweitägigen Videokonferenz soll anschließend eine gemeinsame Erklärung verabschiedet werden, in deren Mittelpunkt der Kampf gegen die Corona-Pandemie stehen wird.

Erwartet wird ein Bekenntnis zu einer gerechten weltweiten Verteilung von Impfstoffen. Außerdem dürfte sich die G20 eine gemeinsame Ankurbelung der Weltwirtschaft zum Ziel setzen und ärmeren Ländern weitere Schuldenerleichterungen in Aussicht stellen.

Beim Thema Klimawandel dürfte die Gruppe, die 85 Prozent der weltweiten Wirtschaftskraft vereint, dagegen wie in den letzten Jahren wohl kaum auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Der Grund dafür war und ist der Ausstieg von US-Präsident Donald Trump aus dem Pariser UN-Klimaabkommen zur Reduzierung von Treibhausgasen. Alle anderen G20-Staaten stehen zu der Vereinbarung.

Für Trump ist der Gipfel voraussichtlich der letzte Auftritt auf der großen internationalen Bühne. Am ersten Tag zeigte er trotzdem nur sehr begrenztes Interesse an der Konferenz.

Die Videoschalte lief noch keine zwei Stunden, da verließ der abgewählte, aber noch amtierende US-Präsident das Weiße Haus, um zu seinem Golfclub im nahen Bundesstaat Virginia zu fahren. Fotos zeigten Trump wenig später in einem roten Blouson und einer weißen Kappe beim Golfen.

USA melden mehr als 255.000 Corona-Tote, Trump will "schnell heilen"

Donald Trump dreht im Golf-Cart seine Runden über einen Platz im National Golf Club in Sterling.
Donald Trump dreht im Golf-Cart seine Runden über einen Platz im National Golf Club in Sterling.  © Manuel Balce Ceneta/AP/dpa

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ließ Trump sich zeitweise von Finanzminister Steven Mnuchin und seinem Wirtschaftsberater Larry Kudlow vertreten. Das gab es zwar auch schon häufiger bei früheren G20-Gipfeln, aber dann eher, um parallel zu den Sitzungen bilaterale Gespräche zu führen.

Auf Twitter wiederholte Trump während des Gipfels seine Wahlbetrugsvorwürfe, für die er bislang keine stichhaltigen Beweise vorgelegt und mit denen er bereits mehrere Prozesse verloren hat.

Erst Stunden nach der ersten Arbeitssitzung ging er in einer Kurznachricht auf die eigentliche Konferenz ein und beschwerte sich darüber, dass die Medien in ihrer Corona-Berichterstattung den Fokus zu stark auf die USA legen würden.

Das Land hat mit mehr als 255.000 Corona-Toten allerdings auch so viele wie kein anderes zu beklagen - mit Abstand. "Wir werden schnell heilen, besonders mit unseren Impfstoffen!", schrieb Trump.

Titelfoto: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa

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