Harvard-Professor warnt: Donald Trump erinnert an Adolf Hitler

Washington - Der deutsche Politikwissenschaftler und Harvard-Professor Karl Kaiser sieht im Fall einer Wiederwahl von US-Präsident Donald Trump die Demokratie in den USA in Gefahr.

Donald Trump ist seit Januar 2017 US-Präsident, im November könnte er für weitere vier Jahre ins Amt gewählt werden.
Donald Trump ist seit Januar 2017 US-Präsident, im November könnte er für weitere vier Jahre ins Amt gewählt werden.  © Alex Brandon/AP/dpa

"Als jemand, der in Deutschland aufgewachsen ist, sehe ich die Parallelen zur Weimarer Republik. Ich halte Weimarer Verhältnisse in den USA für möglich", sagte Kaiser (85) der Zeitung "Die Welt" (Mittwoch).

"Trump benötigt kein Ermächtigungsgesetz. Er könnte mithilfe des ihm hörigen, korrupten Justizministers in einer von ihm zielstrebig geschaffenen Situation der Verwirrung bei der Wahl die Macht ergreifen", so Kaiser. "Trumps Auftritte, sein Umgang mit Andersdenkenden erinnern mich oft an Figuren wie Hitler und Mussolini."

Der Politikwissenschaftler machte deutlich, dass er Adolf Hitler und die Nationalsozialisten nicht verharmlosen wolle. "Ich prognostiziere weder einen Holocaust noch einen Weltkrieg", sagte er.

"Aber mir graut es bei dem Gedanken, dass ein so unbeherrschter und unwissender Mann den Finger auf dem nuklearen Knopf hat. Diejenigen, die sich die Sorgen machen wie ich, beschwören kein Hitler-Regime, sondern befürchten die Entstehung eines autoritären Systems." 

Kaiser sagte: "Demokratien können sterben. Es kann auch in den USA passieren."

Der Republikaner Trump bewirbt sich bei den US-Präsidentschaftswahlen am 3. November um eine zweite Amtszeit. Gegen ihn tritt der Demokrat Joe Biden an.

Titelfoto: Alex Brandon/AP/dpa

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