Nach Schüssen auf Schwarzen: Donald Trump spricht von anti-amerikanischen Protesten!

Kenosha (USA) - US-Präsident Donald Trump (74) ist am Dienstag in die Stadt Kenosha gereist, die nach den Schüssen eines Polizisten in den Rücken eines Schwarzen von Protesten erschüttert wurde.

Donald Trump an der Stelle, an der es nach der Erschießung des 29-jährigen Afroamerikaners Jacob Blake zu Ausschreitungen bei Anti-Rassismus-Protesten kam.
Donald Trump an der Stelle, an der es nach der Erschießung des 29-jährigen Afroamerikaners Jacob Blake zu Ausschreitungen bei Anti-Rassismus-Protesten kam.  © Evan Vucci/AP/dpa

In den Straßen wurde der Konvoi des Präsidenten von Demonstranten gegen Rassismus und Polizeigewalt sowie von Anhängern empfangen. 

Trump schaute sich ein während der zum Teil gewaltsamen Proteste abgebranntes Geschäft an und traf sich mit Vertretern von Sicherheitskräften und einigen örtlichen Unternehmern.

Kenosha sei von Krawallen getroffen worden, die "gegen die Polizei gerichtet und anti-amerikanisch gewesen seien", sagte Trump. "Es war kein friedlicher Protest, sondern inländischer Terrorismus." Trump versprach zugleich eine Million Dollar Unterstützung für die örtliche Polizei und vier Millionen Dollar für den Wiederaufbau von Geschäften in Kenosha.

Vor dem Besuch hatten sich der Bürgermeister der Stadt und der Gouverneur des Bundesstaates Wisconsin, beides Demokraten, gegen einen Besuch des Präsidenten ausgesprochen. 

Sie warnten, dass Trumps Anwesenheit die Spannungen verstärken könnte.

Die Proteste brachen aus, nachdem der 29-jährige Afroamerikaner Jacob Blake bei einem Polizeieinsatz schwer verletzt worden war (TAG24 berichtete). Auf einem Video war zu sehen, wie ein Polizeibeamter Blake zunächst mit gezogener Waffe um ein Auto herum folgt. Als Blake die Fahrertür aufmacht und sich hinein beugt, fallen Schüsse. 

Das Video hatte landesweit Empörung ausgelöst.

Donald Trump hört zu, während der Kenosha-Sheriff David Beth (r.) in der Notfallzentrale der Mary D. Bradford High School spricht.
Donald Trump hört zu, während der Kenosha-Sheriff David Beth (r.) in der Notfallzentrale der Mary D. Bradford High School spricht.  © Evan Vucci/AP/dpa
Das Fahrzeug des US-Präsidenten fährt an der Straße entlang, auf der ein Polizist am 23. August dem Afroamerikaner Jacob Blake sieben Mal in den Rücken geschossen hatte.
Das Fahrzeug des US-Präsidenten fährt an der Straße entlang, auf der ein Polizist am 23. August dem Afroamerikaner Jacob Blake sieben Mal in den Rücken geschossen hatte.  © Morry Gash/AP/dpa

Mitglieder der Blake-Familie lehnten ein Treffen mit Trump ab. Der Präsident hatte zwar wiederholt Gewalt durch angeblich linke Radikale verurteilt, aber das Video mit den Schüssen auf Blake lediglich als "schlechten Anblick" bezeichnet.

Titelfoto: Evan Vucci/AP/dpa

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