Nach zwei Jahren: Mysteriöser Insider von kritischem Trump-Bericht gibt sich zu erkennen

Washington (USA) - Das Mysterium um einen kritischen Insider-Artikel über das Weiße Haus von Donald Trump (74) ist schließlich gelüftet. Nach gut zwei Jahren gab sich ein früherer Stabschef aus dem Ministerium für Heimatschutz, Miles Taylor, am Mittwoch als Autor zu erkennen.

US-Präsident Donald Trump (74) muss am 3. November um seine Wiederwahl fürchten.
US-Präsident Donald Trump (74) muss am 3. November um seine Wiederwahl fürchten.  © Evan Vucci/AP/dpa

Taylors Einstellung zu Trump kommt wenig überraschend: Er tritt bereits seit einiger Zeit als scharfer Kritiker des Präsidenten auf. Allerdings hatte die Umschreibung des Autors bei der Veröffentlichung des Artikels im September 2018 als "ranghohen Beamten der Trump-Regierung" viele vermuten lassen, dass "Anonymous" jemand aus dem inneren Machtzirkel im Weißen Haus ist.

Der Autor hatte sich damals als Teil eines "Widerstandes" gegen Trump beschrieben und dem Präsidenten unter anderem "antidemokratische Impulse" und ein unberechenbares Verhalten vorgeworfen. Der entsprechende Artikel auf der Meinungsseite der New York Times und ein später erschienenes Buch hatten im Weißen Haus zu einer fieberhaften Suche nach dem möglichen Urheber mit diversen Verdächtigungen geführt.

Taylor war als Stabschef von Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen an der Umsetzung kontroverser Entscheidungen der Trump-Regierung beteiligt. 

Ansicht von vielen in höchsten Regierungsetagen geteilt

Dazu gehören das Einreiseverbot für Bürger von sieben mehrheitlich muslimischen Ländern und die Trennung von Kindern illegaler Einwanderer von ihren Eltern an der US-Grenze. 

Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany bezeichnete Taylor am Mittwoch als "ineffizient und inkompetent" in seinem Job, weswegen er schnell entlassen worden sei. Taylor schrieb am Mittwoch: "Ich bin ein Republikaner und ich wollte, dass dieser Präsident Erfolg hat." Trump habe aber immer wieder bewiesen, dass er "ein Mann ohne Charakter" sei. 

Seine Ansicht sei von vielen in den höchsten Regierungsetagen geteilt worden. In den vergangenen Wochen hatten auch diverse andere frühere Mitarbeiter von Trumps Regierung ihre Unterstützung für Herausforderer Joe Biden in der Präsidentenwahl am kommenden Dienstag bekundet.

Titelfoto: Evan Vucci/AP/dpa

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