Trumps erste Rede als Ex-Präsident: Er schließt Kandidatur 2024 nicht aus!

Orlando (USA) - Der frühere US-Präsident Donald Trump (74) hat sich mit einer kämpferischen Rede auf der politischen Bühne zurückgemeldet. Er schließt eine Kandidatur bei der Wahl 2024 nicht aus.

Donald Trump (74), der ehemalige Präsident der USA, meldet sich auf der Konfernz CPAC erstmals mit einem öffentlichen Auftritt zurück.
Donald Trump (74), der ehemalige Präsident der USA, meldet sich auf der Konfernz CPAC erstmals mit einem öffentlichen Auftritt zurück.  © John Raoux/AP/dpa

Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit dem Machtwechsel im Weißen Haus schwor der 74-Jährige die republikanische Partei am Sonntagabend in Orlando, Florida auf seinen Kurs ein, nachdem zuvor bereits Teile seiner Rede aufgetaucht waren.

"Ich werde weiterhin direkt an Eurer Seite kämpfen", betonte er bei der Konferenz CPAC, einer Veranstaltung konservativer Aktivisten. Die Gründung einer eigenen Partei schloss Trump aus. "Wir haben die republikanische Partei", sagte er. "Wir werden vereint und stark wie nie zuvor sein."

Trump machte bei der Rede deutlich, dass er den klaren Sieg des Demokraten Joe Biden (78) bei der Wahl im November weiterhin nicht anerkennt.

"Diese Wahl wurde manipuliert. Und der Supreme Court und andere Gerichte wollten nichts dagegen tun", sagte Trump.

Sein Lager war mit Dutzenden Klagen gegen das Ergebnis gescheitert. Trump stellte sich am Sonntag erneut als rechtmäßigen Sieger dar, was nicht der Wahrheit entspricht.

"Eigentlich haben sie gerade das Weiße Haus verloren, wie Ihr wisst", sagte er über die Demokraten. Unter tosendem Applaus fügte er hinzu: "Ich könnte sogar beschließen, sie ein drittes Mal zu schlagen."

Trump spricht von "triumphaler Rückkehr ins Weiße Haus"

Unterstützer jubeln Donald Trump zu, während er die Bühne betritt.
Unterstützer jubeln Donald Trump zu, während er die Bühne betritt.  © John Raoux/AP/dpa

Auch im weiteren Verlauf seiner 90-minütigen Rede kokettierte der Ex-Präsident mit einer möglichen erneuten Kandidatur.

Er kündigte an, die Republikaner würden bei den kommenden Wahlen das Repräsentantenhaus und den Senat von den Demokraten zurückerobern, "und dann wird ein republikanischer Präsident eine triumphale Rückkehr ins Weiße Haus schaffen. Ich frage mich, wer das sein wird. Ich frage mich, wer das sein wird", sagte er unter dem Jubel seiner Anhänger, die unter anderem "Wir lieben Dich" skandierten.

In Trumps einziger Amtszeit haben die Republikaner die Mehrheit in beiden Kongresskammern eingebüßt und das Weiße Haus verloren.

Auch unabhängig von der Lüge über seinen vermeintlichen Wahlsieg sparte Trump am Sonntag nicht mit Unwahrheiten.

So unterstellte er beispielsweise seinem Nachfolger Biden, einseitig die von seiner Regierung verhängten Iran-Sanktionen aufgehoben zu haben - das hat Biden ausdrücklich nicht getan.

Der CNN-Reporter Daniel Dale, der sich einen Ruf als akribischer Trump-Faktenchecker erarbeitet hat, schrieb auf Twitter: "Trump stellt viel mehr falsche Behauptungen in dieser einen Rede auf als Biden in seinen ersten fünf Wochen insgesamt."

Trump greift Biden an und warnt Anhänger vor "linker Tyrannei"

Bereits Stunden vor Trumps Rede machten seine Anhänger vor Ort in Orlando (Florida) Stimmung.
Bereits Stunden vor Trumps Rede machten seine Anhänger vor Ort in Orlando (Florida) Stimmung.  © John Raoux/AP/dpa

Generell übte Trump scharfe Kritik an der Politik seines Nachfolgers, was für einen frisch aus dem Amt geschiedenen Ex-Präsidenten ungewöhnlich ist.

Er bescheinigte Biden "den katastrophalsten ersten Monat eines Präsidenten in der modernen Geschichte".

Trump warf Biden erneut vor, die USA zu "einem sozialistischen Land" machen zu wollen, und warnte vor "linker Tyrannei".

Trump sagte: "Wir befinden uns mitten in einem historischen Kampf um Amerikas Zukunft. Unsere Identität als Amerikaner steht auf dem Spiel."

Biden hatte Trump am 20. Januar dieses Jahres im Weißen Haus abgelöst. In den USA sind zwei Amtszeiten desselben Präsidenten zulässig, egal ob diese aufeinander folgen oder nicht. Formell ist Trump nicht Parteichef.

Titelfoto: John Raoux/AP/dpa

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