Trump nennt Biden "Drecksloch" und bringt fragwürdige E-Mails ins Spiel

Washington - Zwei Wochen vor der Wahl in den USA hat Präsident Donald Trump (74) Justizminister Bill Barr (70) zu Korruptionsermittlungen gegen die Familie seines Herausforderers, Joe Biden (77), aufgerufen.

US-Präsident Donald Trump (74, l) und Justizminister William Barr (70).
US-Präsident Donald Trump (74, l) und Justizminister William Barr (70).  © Evan Vucci/AP/dpa

"Wir müssen den Justizminister dazu bringen zu handeln", sagte Trump am Dienstag im Sender Fox News. "Er muss handeln, und er muss schnell handeln." 

Auf die Frage nach einem möglichen Sonderermittler antwortete Trump: "Er muss jemanden ernennen. Es handelt sich um erhebliche Korruption, und das muss vor der Wahl bekannt sein." 

Trump erhebt seit langem und ohne Beweise Korruptionsvorwürfe gegen Ex-Vizepräsident Biden und gegen dessen Sohn Hunter (50), die zuletzt von der Boulevardzeitung "New York Post" befeuert wurden.

Die "New York Post" brachte in den vergangenen Tagen in mehreren Artikeln Joe Biden mit früheren Geschäften seines Sohnes Hunter in der Ukraine und in China in Verbindung. 

Das Blatt veröffentlichte E-Mails, die belegen sollten, dass Hunter Biden damals versucht habe, Profit aus dem Amt seines Vaters als Vizepräsident unter Barack Obama zu schlagen. 

Die Zeitung wertete die Mails auch als Beleg dafür, dass Joe Biden entgegen seiner Aussage von den umstrittenen Auslandsgeschäften seines Sohnes gewusst habe. Joe Biden bestreitet, dass er sich etwas habe zuschulden kommen lassen. Er nennt die Artikel der "New York Post" eine "Schmutzkampagne".

Die Echtheit der Mails ist nicht bestätigt. Fragwürdig ist auch, wie sie öffentlich wurden. Sie sollen auf einem Laptop in einer Reparaturwerkstatt gefunden worden sein. 

Trump sieht sich als "amerikanischen Traum"

Joe Biden (77) ist der Präsidentschaftskandidat der Demokraten.
Joe Biden (77) ist der Präsidentschaftskandidat der Demokraten.  © Patrick Semansky/AP/dpa

Die "New York Post" bekam nach eigenen Angaben vor einer Woche eine Kopie der Festplatte von Rudy Giuliani, dem langjährigen persönlichen Anwalt und Vertrauten Trumps. 

Die Kopie sei vom Besitzer der Reparaturwerkstatt angefertigt worden, bevor der Laptop im Dezember 2019 von der Bundespolizei FBI beschlagnahmt worden sei, berichtete die Zeitung. Trump sprach am Dienstag von einem "Laptop aus der Hölle".

Trump zeigte sich bei Fox News siegessicher, obwohl er in Umfragen hinter Biden liegt. "Ich denke, er implodiert", sagte der Republikaner über seinen demokratischen Herausforderer. 

Zugleich warnte der US-Präsident vor einem Sieg der Demokraten. Zur Wahl stünde "der amerikanische Traum gegen ein sozialistisches Drecksloch". 

Mit Blick auf die Demokraten fügte er hinzu: "Sie werden uns zu einer sozialistischen Nation machen. Wir werden nicht anders sein als Venezuela. Und ich sage Ihnen, das kann passieren". Die Demokraten wollten die Polizei zerstören den Bürgern gleichzeitig ihre Waffen wegnehmen, "damit sie sich nicht verteidigen können".

Trotz der weiterhin hohen Infektionszahlen in den USA schloss Trump erneut einschneidende Maßnahmen gegen eine Ausbreitung des Coronavirus aus. "Wir verstehen die Krankheit. Es wird keinen Shutdown geben", sagte Trump. Die USA stünden in der Pandemie "viel besser als Europa" da. 

Titelfoto: Evan Vucci/AP/dpa

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