Biden macht Ansage an Terroristen in Afghanistan: "Wir sind mit euch noch nicht fertig"

Washington, D.C. - Die USA werden nach Aussage von Präsident Joe Biden (78) auch nach dem Abzug aus Afghanistan weiter gegen den örtlichen Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgehen.

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani (72) war am 15. August aus Kabul geflohen. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihm Asyl gewährt.
Der afghanische Präsident Aschraf Ghani (72) war am 15. August aus Kabul geflohen. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihm Asyl gewährt.  © Rahmatullah Alizadah/XinHua/dpa

Er warnte die Gruppe, die sich zum jüngsten Anschlag am Flughafen in Kabul bekannt hatte, die USA würden sie weiter verfolgen.

"Wir sind mit Euch noch nicht fertig", sagte Biden am Dienstag im Weißen Haus. Der Kampf gegen den Terror gehe auch nach dem Abzug aus Afghanistan weiter, wenn auch ohne Bodentruppen.

Die USA würden Terroristen, die das Land angriffen, "bis zum Ende der Welt jagen und fassen", drohte Biden. "Wir werden nicht vergeben, wir werden nicht vergessen."

Der US-Präsident machte erneut die frühere afghanische Regierung und die Sicherheitskräfte des Landes für die Machtübernahme der Taliban verantwortlich.

Die afghanischen Sicherheitskräfte seien entgegen den Erwartungen kein starker Gegner im Kampf gegen die Taliban gewesen, stellte Biden fest.

Die afghanische Regierung sei kollabiert, Präsident Aschraf Ghani (72) sei außer Landes geflohen. Sie hätten damit "das Land ihren Feinden übergeben, den Taliban". Damit sei die Gefahr für die US-Streitkräfte und ihre Verbündeten gestiegen. Eigene Fehler beim Abzug der US-Soldaten räumte Biden nicht ein.

US-Präsident Joe Biden: "Der Krieg in Afghanistan ist jetzt vorbei"

Joe Biden (78) sprach im State Dining Room des Weißen Hauses über Afghanistan.
Joe Biden (78) sprach im State Dining Room des Weißen Hauses über Afghanistan.  © Evan Vucci/AP/dpa

"Meine amerikanischen Mitbürger, der Krieg in Afghanistan ist jetzt vorbei", sagte Biden außerdem in seiner Erklärung und ging auch auf den Truppenabzug näher ein.

Sein Amtsvorgänger Donald Trump (75) habe eine Vereinbarung mit den Taliban geschlossen und den Abzug der US-Truppen zugesagt. Er selbst habe die Wahl gehabt, daran festzuhalten oder Zehntausende weitere US-Soldaten nach Afghanistan zu schicken und den Einsatz fortzusetzen.

Die USA hätten allein die Wahl gehabt, das Land zu verlassen oder den Konflikt zu eskalieren.

Er habe den Krieg nicht ewig verlängern wollen, betonte Biden. Und er habe auch den Abzug nicht ewig verlängern wollen. "Es war an der Zeit, diesen Krieg zu beenden."

Der Präsident wies auch erneut Kritik zurück, der Abzug hätte geordneter abgewickelt werden können. Biden wertete die "Herausforderungen", mit denen man bei dem Abzug konfrontiert gewesen sei, als unvermeidbar.

Titelfoto: Evan Vucci/AP/dpa

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