Joe Biden bei Zeremonie für gefallene US-Soldaten: Auf einmal verhält er sich merkwürdig

Dover (USA) - Nach dem Tod von 13 US-Soldaten in Afghanistan hatten sich die Umfragewerte für Joe Biden (78) weiter verschlechtert. Nun hat sich der US-Präsident einen weiteren Fauxpas geleistet.

US-Präsident Joe Biden (78) und Außenminister Antony Blinken (59, l.), bei der Rückführung von elf der 13 US-Soldaten, die am 26. August bei einem Selbstmordanschlag in Kabul getötet wurden.
US-Präsident Joe Biden (78) und Außenminister Antony Blinken (59, l.), bei der Rückführung von elf der 13 US-Soldaten, die am 26. August bei einem Selbstmordanschlag in Kabul getötet wurden.  © Carolyn Kaster/AP/dpa

Während einer Zeremonie für die gefallenen Truppen auf der Dover Air Force Base in Delaware blickte Biden nervös auf seine Armbanduhr.

Was zunächst harmlos klingen mag, wurde laut US-amerikanischen Medien angesichts der tragischen Umstände jedoch zum politischen Skandal.

Denn der beiläufige Blick des Präsidenten auf seine Uhr habe angeblich fast so gewirkt, als wären ihm die toten Soldaten egal und als hoffe er nur darauf, dass die Gedenkveranstaltung möglichst schnell zu Ende gehen würde.

So wurde sein Verhalten zumindest von einigen Beobachtern interpretiert: Nach der Zeremonie äußerten sich zahlreiche Zuschauer empört in den sozialen Netzwerken.

"Sieht so aus, als hätte er Unannehmlichkeiten gehabt, weil er diesen amerikanischen Helden etwas Respekt entgegenbringen musste", schrieb etwa Samuel Williams, ein behinderter Veteran der US-Armee, auf Twitter.

Auch der ehemalige Arzt des Weißen Hauses, Rep. Ronny Jackson, twitterte: "Offenbar hat unser Oberbefehlshaber Besseres zu tun, als die 13 Soldaten zu ehren, die unter seiner Aufsicht gestorben sind. Ich bin angewidert! Gott segne diese Helden und ihre Lieben. Sie haben etwas Besseres verdient."

Die 13 in Kabul getöteten Soldaten hatten nach dem raschen Sturz der afghanischen Regierung bei der Evakuierung von Amerikanern und Afghanen geholfen. Sie kamen bei einem IS-Anschlag ums Leben.

Die Opfer waren zwischen 20 und 31 Jahren alt, eine von ihnen war die junge Soldatin Nicole Gee (†23).

Titelfoto: Carolyn Kaster/AP/dpa

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