Johnson-Nachfolgerin fordert Bevölkerung zu "mehr harter Arbeit" auf und erntet Kritik

London - Die aussichtsreichste Kandidatin für die Nachfolge des scheidenden britischen Premierminister Boris Johnson (58), Liz Truss (47), ist wegen einer älteren Äußerung zur Arbeitsmoral in Großbritannien in die Kritik geraten.

Liz Truss (47) ist Kandidatin um die Nachfolge von Premierminister Boris Johnson.
Liz Truss (47) ist Kandidatin um die Nachfolge von Premierminister Boris Johnson.  © Jacob King/PA Wire/dpa

In einer Aufnahme, die dem Guardian zugespielt wurde, ist zu hören, wie die heutige Außenministerin die vergleichsweise niedrige Produktivität in Großbritannien auch auf eine angeblich schlechte Arbeitsmoral ihrer Landsleute zurückführt.

"Es gibt ein fundamentales Problem mit der britischen Arbeitskultur", sagte Truss demnach in dem Gespräch mit Regierungsmitarbeitern. Den "britischen Arbeitern" fehle es an Kompetenz und Einsatz, besonders außerhalb Londons. Erforderlich sei "ein bisschen mehr harte Arbeit".

Der Guardian ließ offen, von wann genau die Aufnahme stammt. Sie dürfte jedoch zwischen Mitte 2017 und Mitte 2019 entstanden sein.

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Die Labour-Opposition nannte die Äußerungen "grob beleidigend". Ein Mitarbeiter aus Truss' Team entgegnete, die Bemerkungen seien aus dem Zusammenhang gerissen.

Die Außenministerin gilt als Favoritin im Duell mit Ex-Finanzminister Rishi Sunak (42). Bis zum 5. September entscheiden die Mitglieder der Konservativen Partei, wer von den beiden Johnsons Amt übernimmt.

Boris Johnson (58) war durch die Partygate-Affäre in deutliche Kritik geraten.
Boris Johnson (58) war durch die Partygate-Affäre in deutliche Kritik geraten.  © Peter Nicholls/Reuters Pool/AP/dpa

Die Äußerung ist nicht der einzige verbale Fehltritt aus der Vergangenheit, der Truss inzwischen einholt. Zu Beginn ihrer Karriere hatte sie sich für die Abschaffung des Königshauses ausgesprochen.

Titelfoto: Peter Nicholls/Reuters Pool/AP/dpa, Jacob King/PA Wire/dpa

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