Sitzordnung bei Erdogan sorgt für Mega-Shitstorm: "Autoritäre Machos"

Ankara - Die Sitzordnung bei dem Treffen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan (67) und den EU-Spitzen in Ankara hat in sozialen Medien für Irritationen und Kritik gesorgt.

Das Foto zeigt den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan (2.v.r.) und den türkischen Außenminister Mevlut Cavusoglu (r.) während eines Treffens mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (l.) und EU-Ratspräsident Charles Michel.
Das Foto zeigt den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan (2.v.r.) und den türkischen Außenminister Mevlut Cavusoglu (r.) während eines Treffens mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (l.) und EU-Ratspräsident Charles Michel.  © Dario Pignatelli/European Council/dpa

Während für EU-Ratspräsident Charles Michel (45) ein großer Stuhl neben dem türkischen Staatschef reserviert war, bekam EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (62) bei dem Gespräch am Dienstag einen Platz auf einem Sofa in einiger Entfernung von Erdogan und Michel zugewiesen. Dort saß sie dem türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu (53) gegenüber, der ebenfalls an dem Gespräch teilnahm.

Unter anderem auf Twitter wurde danach daran erinnert, dass der frühere EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bei Treffen mit Erdogan auf Augenhöhe sitzen durfte.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir (55) kommentierte: "Solche Zeichen setzen autoritäre Unterdrücker & Machos wie #Putin, #Erdogan & Co bewusst. (...) Kann man sich gefallen lassen, muss man nicht. Respekt bekommt man so jedenfalls nicht bei den Herren!"

Diskussion drehte sich auch um Frauenrechte

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (M.) empfängt den Präsidenten des Europäischen Rates Charles Michel (l.) und die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula Von der Leyen (r.) vor ihrem Treffen im Präsidialkomplex.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (M.) empfängt den Präsidenten des Europäischen Rates Charles Michel (l.) und die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula Von der Leyen (r.) vor ihrem Treffen im Präsidialkomplex.  © Dario Pignatelli/European Council/dpa

In der EU-Kommission wurde unterdessen darauf verwiesen, dass von der Leyen das Treffen mit Erdogan genutzt habe, um mit ihm eine lange und sehr offene Diskussion über Frauenrechte und den Rückzug der Türkei aus der Istanbul-Konvention zum Schutz von Frauen und Kinder vor Gewalt zu führen.

Offene Kritik an der Sitzordnung gab es zunächst allerdings nicht. Als ein Grund gilt, dass Michel als Präsident des Europäischen Rates in der protokollarischen Rangordnung über der EU-Kommissionspräsidentin steht.

Bei dem Treffen mit Erdogan wollten die EU-Spitzen am Dienstag einen möglichen Ausbau der Beziehungen zur Türkei ausloten. Hintergrund sind Beschlüsse des EU-Gipfels vor eineinhalb Wochen. Bei ihm hatten sich die EU-Staats- und Regierungschefs darauf verständigt, die Beziehungen zur Türkei schrittweise wieder auszubauen.

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Mit dem Beschluss will die EU die Eskalation weiterer Konflikte abwenden.

Titelfoto: Dario Pignatelli/European Council/dpa

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