Proteste gegen Lukaschenko: Oppositionelle Kolesnikowa zu elf Jahren Gefängnis verurteilt

Minsk - Die belarussische Oppositionelle Maria Kolesnikowa ist fast ein Jahr nach ihrer Festnahme im Zuge der Proteste gegen Machthaber Alexander Lukaschenko zu elf Jahren Haft verurteilt worden.

Maria Kolesnikowa (39) und Maxim Znak (hinten), Rechtsanwalt und führender Oppositioneller in Belarus, kommen zur Gerichtsverhandlung. Beide wurden zu Haftstrafen verurteilt.
Maria Kolesnikowa (39) und Maxim Znak (hinten), Rechtsanwalt und führender Oppositioneller in Belarus, kommen zur Gerichtsverhandlung. Beide wurden zu Haftstrafen verurteilt.  © Ramil Nasibulin/BelTA/AP/dpa

Das teilte das Gericht am Montag in Minsk nach Angaben belarussischer Staatsmedien mit. Auch die Bundesregierung hatte wiederholt die Freilassung der früheren Stuttgarter Kulturmanagerin gefordert. Der mit Kolesnikowa angeklagte Anwalt Maxim Snak erhielt zehn Jahre Haft.

Das Urteil erging wegen angeblicher versuchter illegaler Machtergreifung. Der international kritisierte Prozess gegen die 39-Jährige und Snak hatte Anfang August begonnen.

Kolesnikowa hatte sich im vergangenen Jahr im Wahlkampf gegen Lukaschenko engagiert - als Managerin für den ebenfalls inhaftierten früheren Bankier Viktor Babariko, der Präsident werden wollte.

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Kolesnikowa hatte mit Snak und anderen Lukaschenko-Gegnern den Koordinierungsrat für eine friedliche Machtübergabe in Belarus gegründet.

Behörden warfen Kolesnikowa Machtergreifung vor

Maria Kolesnikowa, eine der Oppositionsführerinnen, formt mit ihren Händen auf dem Weg zu einem Untersuchungskomitee ein Herz.
Maria Kolesnikowa, eine der Oppositionsführerinnen, formt mit ihren Händen auf dem Weg zu einem Untersuchungskomitee ein Herz.  © Dmitri Lovetsky/AP/dpa

Die Behörden des autoritären Landes hatten ihr eine Verschwörung mit dem Ziel einer illegalen Machtergreifung sowie die Gründung und Führung einer extremistischen Vereinigung vorgeworfen.

Die Oppositionelle sprach in einem schriftlich geführten Interview des unabhängigen russischen Internetsenders Doschd von einer "absurden Anschuldigung". Kolesnikowa formte mit ihren Händen in Handschellen ein Herz in einem Gitterkäfig vor Gericht. Vor dem Gerichtsgebäude bildete sich eine lange Menschenschlange.

Wegen des Vorgehens gegen Andersdenkende hatten auch die EU und die USA wiederholt Sanktionen gegen Belarus erlassen. Der Machtapparat in Minsk zeigte sich davon stets unbeeindruckt.

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Lukaschenko, der als "letzter Diktator Europas" gilt, wird vor allem vom russischen Präsidenten Wladimir Putin unterstützt.

Titelfoto: Ramil Nasibulin/BelTA/AP/dpa

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