Alexej Nawalnys Zustand im Straflager verschlechtert sich

Moskau - Große Sorgen um Alexej Nawalny (44)! Der im Straflager inhaftierte Kremlgegner hat eine weitere Verschlechterung seines Gesundheitszustands beklagt.

Im Februar stand Alexej Nawalny (44) vor Gericht und wurde verurteilt.
Im Februar stand Alexej Nawalny (44) vor Gericht und wurde verurteilt.  © -/Babuskinsky District Court/AP/dpa

Man habe ihm 38,1 Grad Fieber sowie "starken Husten" attestiert - seinen vor einigen Tagen begonnen Hungerstreik werde er trotzdem fortsetzen, schrieb Nawalny am Montag auf Instagram. Bereits drei seiner Mitgefangenen seien wegen Tuberkulose in ein Krankenhaus gebracht worden.

Schon seit längerem berichtet der Oppositionspolitiker, der in einem Straflager rund 100 Kilometer östlich von Moskau inhaftiert ist, über starke Rückenschmerzen und Lähmungserscheinungen in einem Bein. Am vergangenen Mittwoch erklärte Nawalny, aus Protest gegen mangelnde medizinische Versorgung in einen Hungerstreik getreten zu sein.

Nawalny war im Februar in einem viel kritisierten Prozess zu einer mehrjährigen Straflager-Haft verurteilt worden.

Die russische Justiz wirft ihm vor, in einem früheren Strafverfahren gegen Meldeauflagen verstoßen zu haben, während er sich in Deutschland von einem Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok erholte.

Das schreibt Alexej Nawalny dazu auf Instagram

Mehrheit der Russen steht hinter Gerichtsurteil

Einer Umfrage des unabhängigen Meinungsforschungsinstituts Lewada zufolge hält knapp ein Drittel der Russen (29 Prozent) das Urteil für "eher unfair". Deutlich mehr Befragte (48 Prozent) meinten hingegen, Nawalny sei wohl zu Recht verurteilt worden.

Nawalny war im vergangenen August nach einem Zusammenbruch während eines Inlandsflugs ins Koma gefallen. Er wurde wochenlang in der Berliner Klinik Charité behandelt.

Der prominente Oppositionelle macht ein unter dem Befehl von Präsident Wladimir Putin (68) stehendes "Killerkommando" des Inlandsgeheimdiensts FSB für das Attentat auf ihn verantwortlich. Putin und der FSB wiesen die Vorwürfe zurück.

Titelfoto: -/Babuskinsky District Court/AP/dpa

Mehr zum Thema Russland Politik:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0