Kriegsschiff im Schwarzen Meer: Russland wirft Briten "vorbereitete Provokation" vor

Moskau - Der Kreml hat nach dem russischen Vorgehen gegen ein britisches Kriegsschiff im Schwarzen Meer eine "bewusste und vorbereitete Provokation" durch Großbritannien beklagt.

Nach dem Vorfall vor der Halbinsel Krim musste Kapitän John Foreman (r.), Militärattaché in der britischen Botschaft, zum Rapport ins Verteidigungsministerium nach Moskau.
Nach dem Vorfall vor der Halbinsel Krim musste Kapitän John Foreman (r.), Militärattaché in der britischen Botschaft, zum Rapport ins Verteidigungsministerium nach Moskau.  © ---/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

"Wir halten solche Handlungen für unzulässig und nicht im Einklang mit internationalem Recht", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge.

Das russische Militär und der Grenzschutz würden in Bezug auf derartige Provokationen auch künftig eine "ziemlich harte Position" einnehmen.

Aus Moskauer Sicht war der britische Zerstörer "HMS Defender" am Mittwoch drei Kilometer weit in russisches Hoheitsgewässer gefahren. Nach missachteten Warnungen seien Warnschüsse abgegeben und präventiv vier Bomben auf den Kurs des Schiffes abgeworfen worden.

Die Briten dementierten diese Darstellung: Zwar habe es Schüsse gegeben, doch das Feuer sei Teil einer zuvor angekündigten russischen Militärübung gewesen.

Außerdem sprachen sie von einer "harmlosen Durchfahrt" durch ukrainische Gewässer.

Die Einverleibung der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 durch Russland wird international als illegal eingestuft.

Russlands Vize-Außenminister, Sergej Rjabkow, hatte zuvor bereits andere Staaten vor weiteren Grenzverletzungen und "ähnlichen provozierenden Schritten" gewarnt. Moskau werde seine territoriale Integrität notfalls auch militärisch verteidigen.

Titelfoto: ---/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

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