Russlands Botschafter warnt vor Verzögerung von Nord Stream 2

Berlin/Greifswald - Der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew (68), drängt auf eine zügige Entscheidung über den Start der Gas-Pipeline Nord Stream 2.

Botschafter Sergej Netschajew (68) wünscht sich im Namen Russlands eine zeitnahe Entscheidung über Nord Stream 2. (Archivbild)
Botschafter Sergej Netschajew (68) wünscht sich im Namen Russlands eine zeitnahe Entscheidung über Nord Stream 2. (Archivbild)  © Christoph Soeder/dpa

"Eine künstliche Verzögerung der Inbetriebnahme der Pipeline braucht wohl niemand", sagte er in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Russland sei bereit, sofort Gas durch die beiden Röhren unter der Ostsee nach Deutschland zu liefern. Von der neuen Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP erwarte er, dass sie "pragmatisch und zum Nutzen der Verbraucher" mit dem Projekt umgeht.

Die ablehnende Haltung der Grünen zu dem Projekt kommentierte der Botschafter mit den Worten: "Ich höre aus der neuen Bundesregierung die Einschätzung, dass es ein privatwirtschaftliches Projekt ist, das nicht mit der Politik verbunden werden sollte."

Damit spielte er offensichtlich auf eine Äußerung von Kanzler Olaf Scholz (63, SPD) an, der das Genehmigungsverfahren für die Inbetriebnahme der Pipeline als "ganz unpolitisch" bezeichnet und von einem "privatwirtschaftlichen Vorhaben" gesprochen hat.

Auf die Frage, ob Russland den neuen Kanzler beim Wort nehmen werde, sagte der Botschafter: "Wir nehmen niemanden beim Wort. Aber wir nehmen das zur Kenntnis. Wir hoffen sehr, dass wir das Projekt zu Ende führen. Davon würden alle profitieren."

Nord Stream 2 muss noch zwei Hürden nehmen, bevor es losgehen kann

Die Gas-Pipeline Nord Stream 2 bleibt ein Dauerthema zwischen Deutschland und Russland. (Archivbild)
Die Gas-Pipeline Nord Stream 2 bleibt ein Dauerthema zwischen Deutschland und Russland. (Archivbild)  © Stefan Sauer/dpa

Die beiden umstrittenen Gas-Leitungen zwischen Russland und Deutschland sind fertig, es fehlt aber noch die Betriebsgenehmigung der Bundesnetzagentur.

"Entscheidungen darüber, die wird es nicht im ersten Halbjahr geben", hatte deren Präsident Jochen Homann (68) kürzlich gesagt.

Nach der Entscheidung der Behörde steht auch noch eine Überprüfung der EU-Kommission an.

Titelfoto: Stefan Sauer/dpa, Christoph Soeder/dpa (Bildmontage)

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