Mehr als 70 Todesopfer nach russischen Angriffen in Syrien

Damaskus - Bei russischen Luftangriffen im Nordwesten Syriens sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 78 mit der Türkei verbündete Rebellen getötet worden. Rund 100 weitere seien bei den Bombardements auf ein Militärlager in der Provinz Idlib verletzt worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag mit. 

Militär in Syrien. (Archivbild)
Militär in Syrien. (Archivbild)  © Anas Alkharboutli/dpa

Viele der Verwundeten schwebten in Lebensgefahr. Die Zahl der Todesopfer werde vermutlich noch steigen, hieß es. Am Himmel seien weiterhin russische Kampfflugzeuge zu sehen.

Nach Angaben der Menschenrechtsaktivisten griffen russische Jets die islamistische Miliz Failak al-Scham an, die 2014 gegründet wurde und mit der Türkei verbündet ist. Die Angriffe trafen demnach ihr Ausbildungslager in der Nähe des syrischen Ortes Harim unweit der türkischen Grenze. 

In den kommenden Tagen sollten dort rund 150 neue Kämpfer ihre Ausbildung abschließen.

Der Sprecher des Rebellenbündnisses Nationale Befreiungsfront (NLF), der Failak al-Scham angehört, bestätigte die Bombardements. Die Angriffe auf das Ausbildungslager von Failak al-Scham seien eine "klare russische Botschaft" und ein deutlicher Verstoß gegen die geltende Waffenruhe, teilte Sprecher Mustafa Nadschi mit. Russland und die Türkei hatten sich im März auf die Waffenruhe für Idlib geeinigt. Seitdem hatte es dort einige kleinere Verstöße gegeben.

Auch die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete unter Berufung auf militärische Quellen in der Opposition von einem Angriff und sprach von "zahlreichen" Opfern. Russische Kampfjets hätten ein Ausbildungslager der Miliz angegriffen.

Syrische Regierungstruppen hatten im Frühjahr 2019 mit russischer Unterstützung eine Offensive begonnen, um die letzte Rebellenhochburg Idlib und umliegende Gebiete zurückzuerobern. Seit Anfang 2019 wurden 1,4 Millionen Menschen durch die Kämpfe in Idlib vertrieben. 

Russland und der syrischen Regierung von Präsident Baschar al-Assad wurde dabei mehrfach vorgeworfen, gezielt auch zivile Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser anzugreifen.

Titelfoto: Anas Alkharboutli/dpa

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