Bataclan-Terror von Paris: Dresdner Spur der Handgranaten führt Ermittler zu diesem Mann

Dresden/Bad Dürrenberg - Es begann mit Falschparken und führte zu einer Festnahme wegen Unterstützung des schlimmsten Terroranschlags in Europa der vergangenen Jahre: In Bad Dürrenberg schnappte die Dresdner Staatsanwaltschaft mit der GSG 9 den Bosnier Adis A. (39). Seine DNA soll sich an Waffen der Bataclan-Attentäter befunden haben (TAG24 berichtete).

Der Bosnier Adis A. (39) soll den Bataclan-Attentätern Waffen geliefert haben.
Der Bosnier Adis A. (39) soll den Bataclan-Attentätern Waffen geliefert haben.  © privat

Als die Bundespolizei im Februar einen Falschparker am Hauptbahnhof kontrollierte, wussten die Beamten noch nicht, was sie damit auslösten: 18 scharfe Handgranaten fanden sich im Kofferraum, die beiden Bosnier (17, 28) landeten in U-Haft.

Die Staatsanwaltschaft leitete ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz ein. "Wir haben großflächig ermittelt", sagt Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt (43). "Dabei sind wir auch auf den jetzt verhafteten Bosnier gestoßen."

Adis A. hatte sich nach TAG24-Informationen bei einer Frau in Bad Dürrenberg (zwischen Halle und Leipzig) versteckt. Waffen oder andere verbotene Gegenstände fanden sich nicht bei ihm, allerdings lag ein europäischer Haftbefehl gegen ihn vor.

Er soll die Attentäter vom 13. November 2015 in Paris unterstützt haben. Bei den Anschlägen mit Sturmgewehren und Sprengstoff kamen 130 Menschen ums Leben, 683 wurden verletzt. Der "Islamische Staat" bekannte sich zu den Angriffen.

Adis A. ist für internationale Fahnder kein Unbekannter, doch was hat er mit dem Granatenfund in Dresden zu tun?

Im Bataclan ermordeten Terroristen 90 Menschen im November 2015.
Im Bataclan ermordeten Terroristen 90 Menschen im November 2015.  © picture alliance/dpa

Eben auf den Waffen im Nachtclub Bataclan fanden die Ermittler die DNA von Adis A. - internationalen Fahndern ist er kein Unbekannter: Im Januar 2018 wurde er bereits verhaftet, weil er 20 Sturmgewehre nach Slowenien geschmuggelt hatte.

2011 kassierte er in Bosnien schon mal zweieinhalb Jahre Haft, weil er zu einer Bande von Waffen- und Drogenhändlern gehörte. Derzeit sitzt er in Halle in Auslieferungshaft, soll nach Belgien überstellt werden.

"Wie er nach Deutschland gekommen ist und seit wann er sich hier aufhält, ist Gegenstand der Ermittlungen", so Oberstaatsanwalt Schmidt.

Mit dem Granatenfund in Dresden hat er ersten Erkenntnissen zufolge aber nichts zu tun. Allerdings soll es sich auch hierbei um Waffengeschäfte im Zusammenhang mit Drogen handeln.

Am 18. Februar 2019 fand die Bundespolizei bei zwei Falschparkern (17, 28) insgesamt 18 scharfe Handgranaten.
Am 18. Februar 2019 fand die Bundespolizei bei zwei Falschparkern (17, 28) insgesamt 18 scharfe Handgranaten.  © Roland Halkasch

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