Gedenken an Olympia-Attentat: Steinmeier bittet Angehörige um Vergebung

Fürstenfeldbruck - Bundespräsident Frank Walter Steinmeier (66) hat die Angehörigen der Opfer des Olympia-Attentats von 1972 um Vergebung gebeten.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (r., 66) und Izchak Herzog (61), Präsident von Israel, geben sich die Hand.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (r., 66) und Izchak Herzog (61), Präsident von Israel, geben sich die Hand.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

"Ich bitte Sie als Staatsoberhaupt dieses Landes und im Namen der Bundesrepublik Deutschland um Vergebung für den mangelnden Schutz der israelischen Athleten damals bei den Olympischen Spielen in München und für die mangelnde Aufklärung danach; dafür, dass geschehen konnte, was geschehen ist", sagte Steinmeier am Montag bei einer Gedenkveranstaltung in Fürstenfeldbruck zum 50. Jahrestag des Attentats.

Die Geiselnahme am 5. September 1972 endete mit einem misslungenen Polizeieinsatz. Insgesamt kamen elf Mitglieder der israelischen Olympia-Mannschaft sowie fünf ihrer palästinensischen Entführer und ein deutscher Polizist ums Leben.

Steinmeier dankte den Angehörigen und dem israelischen Staatspräsidenten Izchak Herzog (61) für ihre Teilnahme an der Gedenkveranstaltung. "Ohne Sie alle, ohne die Angehörigen und ohne die Präsenz des Staates Israel war mir ein würdiges Gedenken nicht vorstellbar", sagte er.

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Rückblickend führte er aus: "Welch riesiger Vertrauensbeweis war es, nach dem Menschheitsverbrechen der Shoah im Land der Täter an Olympischen Spielen teilzunehmen. Unter den Athleten und ihren Trainern waren auch Überlebende der Shoah."

Diesem Vertrauen sei Deutschland, das auf einen solchen Anschlag nicht vorbereitet gewesen sei, nicht gerecht geworden.

Gedenken an Olympia-Attentat von 1972 in München

Am Flughafen München stehen die Flaggen von Bayern, Deutschland, Europa und Israel.
Am Flughafen München stehen die Flaggen von Bayern, Deutschland, Europa und Israel.  © Stefan Puchner/dpa

Das Bemühen, Deutschland im Jahr 1972 als "friedfertige, freundliche Demokratie zu zeigen", sei in München tragisch gescheitert. Das Olympische Dorf sei für die Attentäter "zur internationalen Bühne für Judenhass und Gewalt" geworden.

Auch nach dem Attentat seien Fehler gemacht worden, betonte der Bundespräsident: "Dem Anschlag folgten Jahre und Jahrzehnte des Schweigens und Verdrängens." Bis heute seien viele Fragen offen, etwa warum die überlebenden Täter so schnell abgeschoben worden seien, welche Verbindungen diese zu deutschen Extremisten hatten. Es sei gut, dass die Bundesregierung nun die Einsetzung einer israelisch-deutschen Historikerkommission vorschlage, um mehr Licht in dieses dunkle Kapitel zu bringen.

Die Hinterbliebenen der israelischen Opfer hatten sich erst vor wenigen Tagen mit der Bundesregierung geeinigt. 28 Millionen Euro stehen nun als Entschädigungssumme für das entstandene Leid fest.

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Davon übernimmt der Bund 22,5 Millionen, der Freistaat Bayern 5 Millionen und die Stadt München 500.000 Euro.

Titelfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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