Halle-Attentäter Stephan B. klettert über Gefängnis-Zaun

Halle (Saale) - Der Attentäter des versuchten Anschlags auf eine Synagoge in Halle vergangenen Herbst ist während seiner Untersuchungshaft für mehrere Minuten seinen Aufsehern entkommen.

Halle-Attentäter Stephan B. ist im Gefängnis Roter Achse mehrere Minuten ohne Aufsicht gewesen.
Halle-Attentäter Stephan B. ist im Gefängnis Roter Achse mehrere Minuten ohne Aufsicht gewesen.  © Uli Deck/dpa

Stephan B. sei bereits am Samstagnachmittag über einen Zaun eines Hofes im Gefängnis Roter Ochse in Halle geklettert und habe sich etwa fünf Minuten unbeaufsichtigt im Innenbereich bewegt, teilte das Justizministerium am Mittwoch mit. 

Anschließend nahmen ihn die Aufseher wieder in Gewahrsam, B. soll dabei keinen Widerstand geleistet haben.

Laut Justizministerium darf der Attentäter seine kameraüberwachte Zelle eigentlich nicht ohne Aufsicht verlassen. Das Ministerium wurde laut Mitteilung erst am Dienstag über den Vorfall informiert und arbeitet ihn demnach noch auf. 

Als erste Konsequenz wurden die für die Aufsicht zuständigen Mitarbeiter in andere Bereiche versetzt.

Blick auf die Hauptanstalt der Justizvollzugsanstalt in Halle/Saale, den sogenannten Roten Ochsen".
Blick auf die Hauptanstalt der Justizvollzugsanstalt in Halle/Saale, den sogenannten Roten Ochsen".  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Der Mann hatte am 9. Oktober 2019 - am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur - schwer bewaffnet versucht, in die Synagoge in Halle einzudringen (TAG24 berichtete). Er schoss auf eine Holztür und warf Sprengsätze.

Als er es nicht schaffte, in die Synagoge zu gelangen, erschoss er auf der Straße eine 40 Jahre alte Frau. Im Anschluss tötete er in einem nahen Döner-Imbiss einen 20 Jahre alten Mann.

Titelfoto: Uli Deck/dpa

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