IS-Terroristen in Hessen? Landesweite Razzia am Mittwoch

Von Oliver Pietschmann

Wiesbaden - Gegen mutmaßliche Unterstützer der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) ist am Mittwoch in Hessen eine landesweite Razzia angelaufen.

Die Polizei in Hessen ist am Mittwoch zu einer landesweiten Razzia ausgerückt (Symbolbild).
Die Polizei in Hessen ist am Mittwoch zu einer landesweiten Razzia ausgerückt (Symbolbild).  © Montage: TAG24/Florian Gürtler, dpa/Boris Roessler

Seit dem Morgen durchsuche die Polizei gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Frankfurt zahlreiche Objekte, hieß es in einem Tweet des Landeskriminalamtes.

Nähere Angaben über den Umfang der Durchsuchungen konnte ein Sprecher am Morgen zunächst nicht machen. Der Staatsschutz sei involviert.

"Es hat keine konkrete Anschlagsgefahr gegeben", sagte ein Sprecher am Morgen der Deutschen Presse-Agentur.

Alle hessischen Polizeipräsidien mit Ausnahme von Frankfurt seien betroffen.

Update, 14. Juli, 11 Uhr: Zehn Wohnungen in Hessen bei Razzia durchsucht

Beamte fast aller hessischen Polizeipräsidien waren an der Razzia beteiligt (Symbolbild).
Beamte fast aller hessischen Polizeipräsidien waren an der Razzia beteiligt (Symbolbild).  © Montage: Jan Woitas/dpa, Alex Talash/dpa

Wegen des Verdachts der Unterstützung der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) sind am Mittwoch in Hessen zehn Wohnungen durchsucht worden. Hintergrund waren nach Angaben der Fahnder fünf Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Terrorismus-Finanzierung und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

"Es hat keine konkrete Anschlagsgefahr gegeben", sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes. Im Blickpunkt der Razzia standen zehn Verdächtige. Die zwei Frauen und acht Männer im Alter zwischen 20 und 51 Jahren sind den Angaben zufolge deutsche, afghanische, kosovarische und türkische Staatsangehörige.

Bei der Aktion am Morgen, an der Polizistinnen und Polizisten im unteren dreistelligen Bereich beteiligt gewesen seien, habe es keine Festnahme gegeben. "Wir haben keine Haftbefehle gehabt", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt, Nadja Niesen, der Deutschen Presse-Agentur.

Bei den Ermittlungsverfahren ging es in vier Fällen um den Verdacht der Finanzierung des IS mit Spendengeldern. In einem Fall habe der Verdacht auf die Vorbereitung einer Gewalttat vorgelegen. Bei der Aktion wurden Datenträger, Bargeld und weitere Beweismittel sichergestellt. Im Zuge der Razzia seien auch zwei Durchsuchungsbeschlüsse der Bundesanwaltschaft gegen drei mutmaßliche IS-Unterstützer vollstreckt worden.

An der Aktion waren mit Ausnahme von Frankfurt alle hessischen Polizeipräsidien beteiligt. Die Wohnungen wurden in Darmstadt, Dietzhölztal, Eschenburg, Kassel, Haiger und Lollar durchsucht, in einem Fall auch in der Schweiz, weil einer der Verdächtigen dorthin ausgereist war.

Titelfoto: Montage: TAG24/Florian Gürtler, dpa/Boris Roessler

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