Mit 15 nach Syrien gereist: Urteil im Prozess gegen mutmaßliche IS-Kämpferin Leonora M. erwartet

Halle (Saale) - Im Prozess gegen die mutmaßliche IS-Kämpferin Leonora M. (22) in Halle soll am Mittwoch (9 Uhr) voraussichtlich das Urteil gesprochen werden.

Voraussichtlich wird am Mittwoch das Urteil gegen die mutmaßliche IS-Kämpferin Leonora M. (22) gesprochen. Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Justizzentrum in Halle statt.
Voraussichtlich wird am Mittwoch das Urteil gegen die mutmaßliche IS-Kämpferin Leonora M. (22) gesprochen. Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Justizzentrum in Halle statt.  © Hendrik Schmidt/dpa

Ein Sprecher des Oberlandesgerichtes (OLG) in Naumburg erklärte, er gehe davon aus, dass die Plädoyers am Dienstag abgeschlossen sein dürften. Der Termin am Mittwoch sei somit nach jetzigem Stand ausschließlich der Urteilsverkündung gewidmet.

Auf der Anklagebank sitzt die heute 22-jährige Deutsche. Im Alter von 15 Jahren soll sie in das Herrschaftsgebiet des "Islamischen Staates" nach Syrien gereist sein.

In der Anklageschrift heißt es, sie habe sich der Terrormiliz angeschlossen, einen IS-Kämpfer geheiratet und mit ihm eine Jesidin als Sklavin gehalten. Zudem habe sie IS-Frauen ausgeforscht.

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2020 kehrte die Sachsen-Anhalterin nach Deutschland zurück, kam in Untersuchungshaft und wurde später unter Auflagen entlassen. Der Prozess hatte im Januar unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Justizzentrum in Halle begonnen.

Die Bundesanwaltschaft wirft der Frau die Mitgliedschaft in der terroristischen Vereinigung "Islamischer Staat" (IS) vor. Zudem ist sie wegen der Beihilfe zu einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit, des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz angeklagt.

Die Angeklagte war zum Zeitpunkt der ihr zur Last gelegten Taten Jugendliche und Heranwachsende. Der Schutz der Persönlichkeit der Beschuldigten in dem Prozess müsse daher besonders gewahrt bleiben, hieß es zur Begründung des Staatsschutzsenats für den Ausschluss der Öffentlichkeit.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa

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