Nigeria: Hunderte verschleppte Schulmädchen wieder frei

Lagos - Hunderte verschleppte Schulmädchen aus dem westafrikanischen Staat Nigeria sind wieder in Freiheit.

Aliyu Ladan Jangebe, dessen vier Töchter unter den Hunderten von Schulkindern sind, die am 26. Februar verschleppt worden sind, wartete auch am Sonntag auf Neuigkeiten.
Aliyu Ladan Jangebe, dessen vier Töchter unter den Hunderten von Schulkindern sind, die am 26. Februar verschleppt worden sind, wartete auch am Sonntag auf Neuigkeiten.  © Ibrahim Mansur/AP/dpa

"Die Mädchen wurden freigelassen", sagte der Sicherheitsminister der Zamfara-Provinz, Abubakar Dauran, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Zuvor hatte Gourverneur Bello Muhammad Matawalle die Freilassung von 279 Schülerinnen im Kurznachrichtendienst Twitter verkündet.

Bewaffnete Angreifer hatten am vergangenen Freitag die Jangebe-Schule in Zamfara gestürmt und nach Polizeiangaben 317 Kinder verschleppt.

"Zwei meiner Töchter im Alter von zehn und 13 Jahren sind unter den 300 Schülerinnen, die nach Angaben der Schule vermisst werden", sagte Nasiru Abdullahi am Freitag telefonisch der Deutschen Presse-Agentur.

Die unbekannten Angreifer wählten mehrere Stunden lang die Schülerinnen aus, die sie mitnehmen wollten, berichtete der Anwohner Musa Mustapha. "Schließlich trieben sie die Mädchen zusammen und ließen sie in einen Wald marschieren", berichtete er.

Die Angreifer operierten demnach in zwei Gruppen: eine überfiel einen nahegelegenen Militär-Stützpunkt, die andere die Schule. Unklar blieb zunächst, wer hinter den Attacken steckt und ob es dabei auch Tote oder Verletzte gab.

Die Hintergründe der Tat wie auch der Freilassung sind noch unklar.

Einige der Schülerinnen, die nicht aus einer Government Girls Junior Secondary School nach einem Angriff von Bewaffneten verschleppt wurden.
Einige der Schülerinnen, die nicht aus einer Government Girls Junior Secondary School nach einem Angriff von Bewaffneten verschleppt wurden.  © Ibrahim Mansur/AP/dpa
Schüler und Lehrer, die vor zwei Wochen von Angreifern aus dem Government Science College Kagara entführt wurden, sitzen nach ihrer Freilassung bei einem Treffen mit dem Gouverneur des Bundesstaates Abubakar Sani Bello (l). Sie wurden einen Tag später freigelassen, nachdem die Polizei bekannt gab, dass Bewaffnete mehr als 300 Mädchen am 26. Februar im Bundesstaat Zamfara entführt hatten.
Schüler und Lehrer, die vor zwei Wochen von Angreifern aus dem Government Science College Kagara entführt wurden, sitzen nach ihrer Freilassung bei einem Treffen mit dem Gouverneur des Bundesstaates Abubakar Sani Bello (l). Sie wurden einen Tag später freigelassen, nachdem die Polizei bekannt gab, dass Bewaffnete mehr als 300 Mädchen am 26. Februar im Bundesstaat Zamfara entführt hatten.  © Uncredited/AP/dpa
Ein leeres Klassenzimmer der Government Girls Junior Secondary School nach dem Angriff von Bewaffneten.
Ein leeres Klassenzimmer der Government Girls Junior Secondary School nach dem Angriff von Bewaffneten.  © Ibrahim Mansur/AP/dpa

Terrorgruppen bedrohen seit Jahren die Bevölkerung

Schon vor gut einer Woche war eine Schule in Kagara angegriffen worden, bei der Dutzende Menschen verschleppt worden waren. Über ihr Schicksal herrscht weiter Unklarheit.

Und vor knapp zwei Monaten hatte die islamistische Terrorgruppe Boko Haram im nördlich gelegenen nigerianischen Bundesstaat Katsina Hunderte Schulkinder entführt, sie eine Woche später aber wieder freigelassen. Unklar blieb, ob Lösegeld gezahlt wurde.

Boko Haram, aber auch Splittergruppen terrorisieren seit Jahren die Bevölkerung in Nordnigeria. 2014 hatten sie aus der Schule in Chibok 276 Mädchen entführt. Die Tat hatte international für Entsetzen gesorgt und eine von Prominenten unterstützte Solidaritätskampagne ausgelöst.

Trotz diverser Freilassungsaktionen werden weiter viele Mädchen vermisst.

Titelfoto: Ibrahim Mansur/AP/dpa

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