Schießerei in Universität: Mindestens 22 Tote bei blutigem Anschlag

Kabul - Wieder wird in Afghanistan eine Bildungseinrichtung Ort eines blutigen Anschlags: Bewaffnete haben die Universität in Kabul attackiert. Nach stundenlangen Gefechten gibt es zahlreiche Tote und Verletzte.

Afghanische Sicherheitsbeamte bewachen nach dem Anschlag die Straßen in der Nähe der Universität von Kabul.
Afghanische Sicherheitsbeamte bewachen nach dem Anschlag die Straßen in der Nähe der Universität von Kabul.  © Rahmatullah Alizadah/XinHua/dpa

Bei einem Angriff auf das Gelände der Universität von Kabul sind mindestens 22 Menschen getötet worden, darunter auch die drei Angreifer. Mindestens 22 weitere Menschen wurden verletzt, wie das afghanische Innenministerium am Montag mitteilte.

Den Angaben zufolge hatten drei Bewaffnete am Morgen das Areal gestürmt und sich sechs Stunden lang ein Feuergefecht mit afghanischen Eliteeinheiten geliefert. Sie seien von den Sicherheitskräften getötet worden, teilte das Innenministerium mit.

Die afghanischen Kräfte wurden nach Angaben eines US-Militärsprechers von der Nato-geführten Mission Resolute Support unterstützt. Weitere Einzelheiten gab es zunächst nicht.

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Das Motiv der blutigen Attacke blieb zunächst unklar. In Afghanistan sind sowohl die Taliban als auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aktiv. Zunächst bekannte sich keine Gruppierung zu der Tat.

Angreifer nahmen Studenten als Geiseln

Vom Unigelände aus stieg dunkler Rauch über der Stadt empor. Knapp sechs Stunden lang hatten die Gefechte angedauert.
Vom Unigelände aus stieg dunkler Rauch über der Stadt empor. Knapp sechs Stunden lang hatten die Gefechte angedauert.  © Rahmatullah Alizadah/XinHua/dpa

Augenzeugenberichten zufolge kam während einer von Afghanistan und dem Iran organisierten Buchausstellung zu dem Anschlag.

Die Bewaffneten hätten in Militäruniform bekleidet den Campus betreten und sich dann in einer der Fakultäten stundenlang ein Feuergefecht mit afghanischen Sicherheitskräften geliefert, hieß es.

Die Angreifer hätten zwischenzeitlich eine unbestimmte Anzahl von Studenten als Geiseln genommen, sagte ein Hochschulprofessor der Deutschen Presse-Agentur.

Während der Gefechte waren über dem Campus Hubschrauber zu sehen sowie Explosionen und Schüsse zu hören.

Hunderte von Studenten, Professoren und Verwaltungsmitarbeitern flüchteten Augenzeugenberichten zufolge nach Ausbruch der Gefechte vom Gelände. Hunderte weitere Menschen wurden später von Sicherheitskräften in Sicherheit gebracht.

Taliban bestreiten bislang ihre Beteiligung an dem Anschlag

Die afghanische Polizei sichert Ort eines Anschlags. Offenbar sind alle Angreifer bei den Gefechten ums Leben gekommen.
Die afghanische Polizei sichert Ort eines Anschlags. Offenbar sind alle Angreifer bei den Gefechten ums Leben gekommen.  © Rahmat Gul/AP/dpa

Afghanistans Vizepräsident Amrullah Saleh bezichtigte die Taliban des blutigen Angriffs auf die Universität, diese stritten ihre Beteiligung jedoch ab.

Afghanistans Regierung spricht seit September mit den militant-islamistischen Taliban über Frieden, doch der Konflikt im Land geht mit einem hohen Gewaltniveau weiter.

Erst vor einer Woche starben bei einem IS-Selbstmordanschlag in Kabul 24 Schülerinnen und Schüler, fast 60 wurden verletzt. Auch in der Vergangenheit hatte es Angriffe auf Bildungseinrichtungen in dem Land gegeben.

2016 waren bei einem Anschlag auf die Amerikanische Universität in Kabul 16 Menschen getötet worden.

Titelfoto: Rahmatullah Alizadah/XinHua/dpa

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