Terroranschlag in Hamburg geplant? Ermittler nehmen 20-Jährigen fest

Hamburg - Terrorverdacht in Hamburg!

Innensenator Andy Grote (53, SPD) spricht von einem "sehr, sehr ernsthaften Vorgang". (Archivbild)
Innensenator Andy Grote (53, SPD) spricht von einem "sehr, sehr ernsthaften Vorgang". (Archivbild)  © Daniel Bockwoldt/dpa

Nach eigenen Angaben hat die Polizei einen mutmaßlich islamistischen Anschlag verhindert, berichtete zuerst der Spiegel. "Wir haben es hier mit einem sehr, sehr ernsthaften Vorgang zu tun", sagte Innensenator Andy Grote (53, SPD) dazu laut dpa.

Wie die Polizei am Freitag mitteilte, soll ein 20-Jähriger versucht haben, im Darknet eine Schusswaffe und eine Handgranate zu kaufen.

Doch der Deutsch-Marokkaner geriet an verdeckte Ermittler. Bei der vereinbarten Übergabe am 26. August wurde Abdurrahman C. festgenommen, ein Richter erließ einen Tag später einen Haftbefehl.

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Der Tatverdächtige war zwar in Wismar gemeldet, hielt sich aber schon länger in der Wohnung seiner Eltern in Hamburg auf. Also durchsuchten Ermittler beide Unterkünfte.

Dabei fanden sie unter anderem Propagandavideos islamistischer Terrorgruppen sowie Unterlagen zur Herstellung von Waffen. Außerdem stellten die Beamten fest, dass sich der 20-Jährige anscheinend im Internet Anleitungen zum Bau einer Bombe angesehen hatte.

Baute der Verdächtige an einer Nagelbombe?

Die Hamburger Polizei hat wohl einen Terroranschlag vereitelt. (Symbolbild)
Die Hamburger Polizei hat wohl einen Terroranschlag vereitelt. (Symbolbild)  © Jonas Walzberg/dpa

Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen und fand heraus, dass der Verdächtige auch die Wohnung eines Cousins im Stadtteil Jenfeld genutzt haben soll. Dort gab es am 19. November eine Razzia. Dabei fanden die Beamten Substanzen für den Bau einer Bombe.

Darunter waren: je ein Kilogramm Schwefel und Kaliumnitrat, 500 Gramm Kohlepulver, mehrere hundert Schrauben und Muttern sowie Elektrodrähte. Alles Bestandteile, mit der eine sogenannte Nagelbombe gebaut werden kann. Die umherfliegenden Metallteile sollen dabei möglichst viele Menschen treffen und verletzen.

Zu möglichen Zielen des vereitelten mutmaßlichen Anschlags ist nichts bekannt.

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Der Staatsschutz überprüfte das Umfeld des 20-Jährigen. Daher kam es am 8. Dezember zu 17 Durchsuchungen bei unverdächtigen Kontaktpersonen des Beschuldigten. Dabei wurden Smartphones, PCs und Datenträger sichergestellt, die nun ausgewertet werden.

Die Hamburger Polizei hat den Generalbundesanwalt laufend über die Ermittlungen unterrichtet.

Wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Waffen- und das Kriegswaffenkontrollgesetz befinde sich C. seitdem in Untersuchungshaft.

Aktualisiert: Freitag, 10. Dezember 14.19 Uhr

Titelfoto: Jonas Walzberg/dpa

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