Afroamerikaner in USA von Polizei erschossen

Louisville - Der afroamerikanische Barbecue-Besitzer David McAtee (53) wurde von Polizisten in den USA erschossen. Grundlos? Die Ermittlungen wurden nun aufgenommen. 

Tracey Cox VanDyke steht mit erhobenen Armen in der Nähe der Kreuzung, an der der Afroamerikaner David McAtee am Sonntagabend bei Protesten von Polizeibeamten erschossen wurde.
Tracey Cox VanDyke steht mit erhobenen Armen in der Nähe der Kreuzung, an der der Afroamerikaner David McAtee am Sonntagabend bei Protesten von Polizeibeamten erschossen wurde.  © Darron Cummings/AP/dpa

Nach dem Tod von George Floyd (TAG24 berichtet) herrschen weltweit Proteste gegen brutale Polizeigewalt. Ein Vorfall in Louisville, Kentucky schlägt nun hohe Wellen.

Wie die New York Times berichtete, wurde er Besitzer David McAtee vor seinem bekannten sowie beliebten Restaurant "YaYa’s BBQ" am frühen Montagmorgen erschossen. Laut Polizei waren die Schüsse Selbstverteidigung, angeblich habe McAtee als erster geschossen.

Die Gesetzeshüter waren auf den Straßen in Louisville unterwegs, um die Ausgangssperre, welche ab 9 Uhr abends gültig ist, zu überprüfen. In der gesamten Stadt kam es zu Protesten nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd. Auf den Straßen waren noch nach Mitternacht zahlreiche Menschen unterwegs.

Auch vor McAtees kleinem Restaurant hatten sich einige Menschen versammelt. Die nachfolgenden Ereignisse wurden von verschiedenen Kameras aufgenommen und später analysiert.

Die Körperkameras der Polizei waren nicht angeschaltet gewesen. "Weg, Weg!" schrien die Polizisten, als sie begannen, mit Pfefferkugeln auf die Menschen zu schießen, welche sich vor dem Restaurant befanden. Diese verzogen sich in das Innere des Restaurants. Sie begannen zu schreien. Es war nicht klar, was das für Schüsse waren, die fielen. Es hätten genauso gut tödliche sein können.

Normalerweise sollen die Pefferkugeln dazu eingesetzt werden, um auf den Boden geschossen zu werden. Die Polizisten sind dazu angehalten, als Erstes mit den Menschen zu reden, vor allem wenn diese friedlich sind. Doch nichts davon geschah. Die nachfolgenden Ereignisse sind schwer auf den Bildern der Kameras anzusehen.

McAtee hörte die Schüsse und verteidigte sich

Ein Mann fotografiert den Schaden in einer Filiale von dem Mobilfunkanbieter T-Mobile nach einem Protest in Louisville. Der Auslöser für die Proteste war der Tod des Afroamerikaners George Floyd infolge eines brutalen Polizeieinsatzes in Minneapolis gewesen.
Ein Mann fotografiert den Schaden in einer Filiale von dem Mobilfunkanbieter T-Mobile nach einem Protest in Louisville. Der Auslöser für die Proteste war der Tod des Afroamerikaners George Floyd infolge eines brutalen Polizeieinsatzes in Minneapolis gewesen.  © Darron Cummings/AP/dpa

Die Überwachungskamera aus dem Inneren seines Ladens zeigt, wie McAtee verwirrt zur Tür kommt, wo alle Menschen nun nach innen rennen. Ein Pfeffergeschoss zertrümmert eine Glasflasche, welche sich auf einem Tisch vor dem Laden befand.

Die Nichts McAtees steht im Türrahmen, als sie fast eine der Kugeln trifft. Sie wäre wahrscheinlich nicht tödlich gewesen, doch das konnte McAtee nicht wissen. Er zieht seine Waffe, hält die Hand aus dem Türrahmen und schießt. Zumindest hört es sich so an. Es ist unmöglich zu sagen, wohin der Afroamerikaner zielte.

Die Polizisten reagieren sofort. Zahlreiche Schüsse, diesmal die tödlichen, werden auf ihn abgefeuert, mit normalen Waffen. Eine Kugel trifft den Barbecue- Besitzer direkt in die Brust. Er taumelt zurück in seinen Laden und verstirbt an der Schussverletzung.

Kann man das noch als Selbstverteidigung bezeichnen? Nein, sagen zahlreiche Protestgeber. McAtees Verwandten sagen, dass er nicht wissentlich auf die Polizisten geschossen habe.

Er hatte lediglich die Schüsse und den nahezu-Treffer seiner Nicht gesehen. McAtee habe sich gerade in diesen unruhigen Zeiten verteidigen wollen. 

Der Bürgermeister Greg Fischer feuerte am Dienstag den Polizei-Chef Steven Conrad. Die Körper-Kameras der Polizisten hätten aktiviert sein müssen. Die beiden Polizisten, welche auf McAtee feuerten, sind beurlaubt wurden.

McAtees Tod ist nur weiteres Zündfeuer für die Proteste in den USA. Diese nehmen gewaltige Ausmaße an. Auch hierzulande gehen die Menschen für mehr Gerechtigkeit auf die Straße, glücklicherweise laufen diese Demonstrationen friedlich ab.

Titelfoto: Darron Cummings/AP/dpa

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