Befruchtungsklinik mit schrecklichem Fehler: Als die Kinder zur Welt kommen, folgt der Schock

Los Angeles (USA) - Einer kalifornischen Befruchtungsklinik ist ein schrecklicher Fehler unterlaufen. Sie verwechselten die Embryonen mehrerer Patientinnen. 

In einem Labor werden Eizellen befruchtet. (Symbolbild)
In einem Labor werden Eizellen befruchtet. (Symbolbild)  © 123F/Cathy Yeulet

Jahrelang versuchte ein Paar aus Queens ein Baby zu zeugen. Vergebens. Schließlich entschlossen sie sich dazu, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das CHA Fertility Center, eine Befruchtungsklinik, sollte der verzweifelten Frau eine befruchtete Eizelle einpflanzen. Das war im Januar 2018. Nach einem Misserfolg gelang es schließlich.

Ende März 2019 kamen "ihre" Zwillinge in New York per Kaiserschnitt zur Welt. Dann aber der Schock. Ein Gen-Test zeigte: Keines der beiden Kinder war mit dem Paar genetisch verwand! Damit aber nicht genug. Selbst die vermeintlichen Zwillinge waren gar keine Geschwister! (TAG24 berichtete

Das Befruchtungs-Zentrum hatte tatsächlich die Embryonen seiner Kunden vertauscht!

Einfach wegstecken konnten das Paar das natürlich nicht. Schließlich trug die doch-nicht-Mutter über neun Monate die Kinder unter ihrem Herzen. 

Die schwere Folge: "Dauerhafte emotionale Verletzungen, von denen sie sich nicht erholen werden", heißt es in der späteren Klageschrift. 

Das Paar klagte zum einen gegen die Klinik und zum anderen auch auf das Sorgerecht für die beiden Kinder. Das Sorgerecht bekamen sie nicht. Ein Richter sprach den leiblichen Eltern, ebenfalls Kunden der Klinik, die Babys zu. 

Unter ihnen auch Anni (36) und Ashot Manukyan, die, als sie von dem fatalen Fehler der Klinik im März 2019 erfuhren, ebenfalls klagten. 

Klage gegen Befruchtungs-Zentrum zurückgezogen

Einer Frau wurden die falschen Embryonen eingepflanzt. (Symbolbild)
Einer Frau wurden die falschen Embryonen eingepflanzt. (Symbolbild)  © 123rf/gajus

Am Mittwoch haben Anni und Ashot Manukyan überraschend einen Antrag gestellt, um ihre Klage gegen die Befruchtungsklink zurückzuziehen, berichtet die "New York Post".

Die Gründe für diesen Schritt sind derzeit noch nicht bekannt. Auf Nachfrage der "New York Post" reagierte Anni (36) abweisend: "Ich darf eigentlich über nichts reden."

Laut ihres Anwalts Adam Wolf sei der Fall aber "gelöst". Was er damit genau meint, ist unklar. Ob ein "Deal" zwischen dem Paar und der Klinik ausgehandelt wurde, kann nur vermutet werden. Adam Wolf wollte das bisher nicht bestätigen.

Natürlich fragt man sich, wie so ein Fehler überhaupt passieren konnte. Eigentlich sollte genau das unmöglich sein. 

"Es gibt alle möglichen Arten von Kontrollen und Ausgleichen, damit dies nicht geschieht, also gab es dort (in der Kinik) einen echten Zusammenbruch", so ein Erklärungsversuch von Dr. Amber Samuel, einer Spezialistin im Gebiet der künstlichen Befruchtung. 

Einer der Verantwortlichen habe einfach "geschlafen" und nicht ordentlich gearbeitet. Eine befriedigendere Antwort, als menschliches Versagen, gibt es zurzeit nicht. 

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