"Kristallnacht Amerikas": So denkt Schwarzenegger über den Angriff auf das Kapitol

Los Angeles (USA) - In einem emotionalen Beitrag meldet sich der Republikaner Arnold Schwarzenegger (73) am Sonntag auf Twitter zu Wort und hat dabei so einiges zu den Vorkommnissen des 6. Januar 2021 (TAG24 berichtete) zu sagen.

Der ehemalige Gouverneur Kaliforniens Arnold Schwarzenegger (73) ist schwer enttäuscht – aber er hat Hoffnung.
Der ehemalige Gouverneur Kaliforniens Arnold Schwarzenegger (73) ist schwer enttäuscht – aber er hat Hoffnung.  © Andrzej Grygiel/PAP/dpa

Erst vor wenigen Tagen sorgte der gebürtige Österreicher, der mit nur 21 Jahren in die USA auswanderte, mit einem Gastbeitrag in dem Magazin Economist für Aufruhr, indem er einen brisanten Nazi-Vergleich zog (TAG24 berichtete).

Nun meldete er sich erneut auf der Online-Plattform Twitter zu Wort und thematisierte die aktuellen Ereignisse.

"Meine Botschaft an meine amerikanischen Mitbürger und Freunde auf der ganzen Welt nach dem Angriff auf das Kapitol in dieser Woche", betitelt er das Video, in dem er zu dramatischer Musik vor den Flaggen der USA und des Bundesstaates Kalifornien sitzt.

Auch hier berichtet er von seinen Jugendtagen, in welchen er die Nachwirkungen des Zweiten Weltkrieges hautnah miterlebte und zieht Vergleiche, indem er die "Proud Boys" zum Beispiel ein Nazi-Äquivalent nennt.

"Trump wird als der schlimmste Präsident aller Zeiten in die Geschichte eingehen!"

Zudem vergleicht er den 6. Januar 2021 mit den Novemberpogromen 1938: "Mittwoch war die Kristallnacht direkt hier in den Vereinigten Staaten. Das zerbrochene Glas war in den Fenstern des Kapitols."

Doch der Mob habe nicht nur die Fenster des Kapitols zerbrochen. Zudem wurden die Prinzipien, auf denen Amerika gegründet wurde, mit Füßen getreten.

Dafür gibt er Präsident Donald Trump (74) die Schuld, der partout nicht akzeptieren kann, dass er seinen Posten bald abgeben wird. Laut Schwarzenegger ist er der Hauptverantwortliche für den "Putsch-Versuch" und wird mit großer Sicherheit als der "schlimmste Präsident aller Zeiten in die Geschichte eingehen".

Doch trotz seiner Enttäuschung über die aktuelle politische Lage, ist der ehemalige Gouverneur von Kalifornien auch mit ein wenig Stolz erfüllt: "Unsere Demokratie hat standgehalten. Innerhalb weniger Stunden haben der Senat und das Repräsentantenhaus die Wahl Joe Bidens bestätigt."

"Was für eine großartige Darstellung der Demokratie."

Schwarzenegger macht Mut: Amerika wird im Licht erstrahlen!

Schwarzenegger ist sich sicher: Je mehr die Demokratie strapaziert wird, desto stärker wird sie!
Schwarzenegger ist sich sicher: Je mehr die Demokratie strapaziert wird, desto stärker wird sie!  © Twitter/Screenshot/Schwarzenegger

Die Sorge der Bürger kann er verstehen. Er selbst wurde in den letzten Tagen von etlichen Freunden aus der ganzen Welt angerufen, die sich verzweifelt und besorgt gezeigt hatten.

Doch er macht Mut: "Ich habe jedem, der angerufen hat, gesagt, dass, so herzzerreißend das alles auch ist, Amerika aus diesen dunklen Tagen zurückkommen und im Licht wieder erstrahlen wird."

Dazu vergleicht er die Demokratie des Landes mit einem Schwert: "Je öfter man ein Schwert schmiedet, desto stärker wird es." Genauso sei es auch mit der Demokratie.

"Je mehr sie strapaziert wird, desto stärker wird sie ... Ich glaube, so erschüttert wir auch über die Ereignisse der letzten Tage sind, wir werden gestärkt daraus hervorgehen."

Für ihn ist klar: Reformen sind nötig um zu verhindern, dass etwas Derartiges nie wieder passiert. Zudem müssen die Menschen, die Amerika an diesen Punkt gebracht haben, zur Verantwortung gezogen werden.

"Wir müssen ... unsere Demokratie an erste Stelle setzen."

Titelfoto: Andrzej Grygiel/PAP/dpa

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