Trump-Anhänger-Plattform "Parler" ab Sonntag offline?

Washington D.C. (USA) - Die bei Anhängern des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump (74) beliebte Social-Media-Plattform "Parler" könnte laut Medienberichten ab Sonntag Nacht offline sein.

Die App "Parler" ist vor allem bei den Anhängern des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump (74) beliebt.
Die App "Parler" ist vor allem bei den Anhängern des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump (74) beliebt.  © Evan Vucci/AP/dpa

Amazon wolle ab 23.59 Ortszeit (0900 Montag MEZ) die "Parler" zur Verfügung gestellten Server abschalten, meldeten Buzzfeednews und CNN übereinstimmend am Sonntag.

Der Geschäftsführer von "Parler", John Matze, soll demnach bestätigt haben, dass die Plattform für mindestens eine Woche nicht mehr zur Verfügung stehen werde, bis man einen neuen Host gefunden habe.

Zuvor hatten die Internetkonzerne Google und Apple "Parler" bis auf Weiteres aus ihren App-Stores verbannt.

Die Plattform habe gegen die App-Store-Bedingungen verstoßen, hieß es in einer Nachricht von Apple an "Parler", über die der Sender CNN am Samstagabend (Ortszeit) berichtete.

"Die Prozesse, die "Parler" eingerichtet hat, um die Verbreitung von gefährlichen und illegalen Inhalten zu moderieren oder zu verhindern, haben sich als unzureichend erwiesen", bemängelte Apple.

Insbesondere habe man weiterhin direkte Gewaltandrohungen und Aufrufe zur Anstiftung zu gesetzwidrigen Handlungen gefunden, die gegen die Richtlinien verstießen. Parler sei aus dem App Store entfernt worden, bis die Probleme gelöst seien.

Angesichts der anhaltenden Bedrohung werde "Parler" nicht mehr verfügbar sein

Google und Apple haben "Parler" bis auf Weiteres bereits aus ihren App-Stores verbannt.
Google und Apple haben "Parler" bis auf Weiteres bereits aus ihren App-Stores verbannt.  © 123RF/deadburnett

Ein Google-Sprecher hatte sich am Freitag ähnlich geäußert. Die Richtlinien von Google verlangten, dass Apps mit nutzergenerierten Inhalten über eigene Richtlinien verfügten, um "ungeheuerliche Inhalte wie Beiträge, die zu Gewalt aufrufen, (zu) entfernen", hieß es.

Angesichts der anhaltenden und akuten Bedrohung der öffentlichen Sicherheit werde "Parler" nicht mehr bei Google Play verfügbar sein, bis diese Probleme behoben seien.

Matze soll laut CNN auf der eigenen Plattform die Entscheidung der drei Unternehmen als "koordinierten Angriff" bezeichnet haben.

"Parler" beschreibt sich selbst als "unvoreingenommenes" Medium, das die Redefreiheit unterstützt und sich auf den Schutz der Rechte der Nutzer konzentriert.

Parler wurde als Alternative zu Twitter oder Facebook beworben

Es ist unter Unterstützern des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump verbreitet und gewann im Zuge der US-Wahl an Popularität hinzu. US-Medienberichten zufolge wurden die gewalttätigen Proteste von Trump-Anhängern am Mittwoch, die in der Erstürmung des Kapitols in Washington gipfelten, maßgeblich über Apps wie "Parler" organisiert.

Personen in Trumps Umfeld hatten "Parler" immer wieder als Alternative zu Twitter oder Facebook beworben, die angeblich konservative Ansichten unterdrückten.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, erklärte Ende Juni auf Twitter, sie habe sich ein Konto bei "Parler" eingerichtet, weil sie die Nase voll davon gehabt habe, dass Konservative auf diesen Plattformen "zensiert" würden.

Titelfoto: Bildmontage: Evan Vucci/AP/dpa & 123rf/deadburnett

Mehr zum Thema USA Politik:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0