Donald Trumps merkwürdiger Wahlkampf auf Twitter: Die Stillen werden siegen!

Washington (USA) - Dass US-Präsident Donald Trump (74) sich gerne lautstark auf Twitter äußert, ist wohl hinreichend bekannt. Öfters kommen da auch eher zweifelhafte Fakten bei rum, die später von ihm dementiert, verharmlost oder unter den Teppich gekehrt werden.

Donald Trump (74): "Die schweigende Mehrheit wird regieren!" (Archivbild)
Donald Trump (74): "Die schweigende Mehrheit wird regieren!" (Archivbild)  © dpa/AP/Evan Vucci

Ein paar Schmankerl feuerte er jetzt erneut zum Vergnügen, aber auch zum Missfallen der Twitter-Gemeinde ab. Schließlich geht es nicht um irgendeinen Meinungsmacher, sondern um den mächtigen amerikanischen Präsidenten. 

Was ihn zurzeit besonders umtreibt, sind natürlich die bevorstehenden US-Wahlen, die er selbstverständlich gewinnen will. Auf seinem Lieblingsmedium Twitter kämpft er für seinen Sieg in einer unvergleichlichen Art.

Tweet Nummer eins, der am Montag für den ein oder anderen Lacher, aber vor allem auch viel Häme sorgte:

"The Silent Majority will reign!" Frei übersetzt: "Die schweigende Mehrheit wird regieren!"

Damit meint er vermutlich sich selbst und seine Anhängerschaft. "Hmm", denkt sich da wahrscheinlich der ein oder andere Wähler.

Für seine stille Zurückhaltung ist der derzeitige Präsident ja eher weniger bekannt. Viel mehr doch, für seine lautstarken Wahlkampfreden, kruden Behauptungen – gerne auf Twitter – und natürlich sein unbedachtes Vorpreschen, wodurch er gerne Mal den ein oder anderen Berater und sich selbst mit nicht-verifizierten Fakten in die Bredouille bringt.

Wie jetzt gerade er auf die Idee kommt, sich mit der "stillen Mehrheit" zu identifizieren, wissen wir natürlich nicht. Schließlich sind auch seine Befürworter und Wähler alles andere als ruhig, wenn es um ihre Meinungsäußerung, besonders in den sozialen Netzwerken, geht.

Das denken auch einige potenzielle Wähler auf Twitter. Wirklich positiv gegenüber Trump, sind die ausgewählten Reaktionen nicht. "Die rassistischen #MAGA @realDonaldTrump-Anhänger sind NICHT die Mehrheit, und leider schweigen sie überhaupt NICHT über ihre RASSISTISCHEN #WeißSupremacist-Ansichten..."

"80 % der Amerikaner beobachten schweigend, wie die restlichen 20 % die Nation gewaltsam zerstören"

Weitere Beispiele auf Twitter:

Trump wendet sich gegen Haus- und Hof-Sender Fox

Donald Trump (74) wettert jetzt auch gegen Fox. (Archivbild)
Donald Trump (74) wettert jetzt auch gegen Fox. (Archivbild)  © dpa/AP/Pablo Martinez Monsivais

Donald Trump ist seit jeher dafür bekannt, gegen die Presse zu wettern. Den Begriff "Lügenpresse" nimmt er wohl so oft in den Mund, wie seine heißgeliebten Burger ohne Brötchen

Neu ist jetzt allerdings, dass er auch gegen seinen, doch sehr unterstützenden Lieblings-Nachrichtensender Fox News, herzieht. Eigentlich sendet er doch nur die Wahrheit, oder Trump?

Scheinbar hat der Präsident seine Meinung darüber wieder geändert. So twitterte er jetzt: "(...) Ihre Mitwirkenden sind eine Katastrophe, und zwar überall. Die radikale Linke hat Fox zur Unterwerfung verängstigt, genau wie so viele andere. Traurig, aber wir werden gewinnen!"

Auch auf diesen Präsidenten-Tweet sind die Reaktionen heftig. Neben den Standard-Supportern, äußerten auch viele andere Medien-Konsumenten ihre Meinung zu dem Tweet. An Trump bleibt nach dem Shitstorm wohl kaum noch ein gut gefärbtes Haar:

"Nein. Sie arbeiten nicht 'hart' gegen Sie. Sie sind nur, wie fast alle anderen jetzt, Ihrer ständigen Lügen, Ihres Chaos, Ihres Hasses, Ihrer Spaltungen, Ihrer Rücksichtslosigkeit, Ihrer Gefahr, Ihrer Feigheit und Ihres Verrats überdrüssig. Sehen Sie es ein... Sie haben so gut wie jeden verloren..."

"Wie traurig ist es, dass die Nachrichten so schlecht für unseren Präsidenten sind, dass selbst Fox News sie nicht mehr verbergen kann. Oops, sagte ich traurig? Ich meine, es ist urkomisch."

"Den Kampf zwischen Trump und Fox News zu sehen, ist wie Hitler und Stalin zuzuschauen. Man hofft einfach, dass beide verlieren."

Reaktionen auf Trump Tweet:

Trump und seine Supporter

Trotz der großen Häme-Welle, die dem amerikanischen Präsidenten jetzt entgegen schwappte, darf man natürlich nicht seine Vielzahl an Unterstützern vergessen. Die stehen fleißig hinter ihrem Präsidenten. 

Auf Twitter und auch im Wahlkampf. 

Titelfoto: dpa/AP/Evan Vucci

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