Erster US-Bundesstaat beschließt: Väter müssen Schwangerschaftskosten der Frau zahlen!

Utah - Im US-Bundesstaat Utah wurde kürzlich ein vielfach beachtetes Gesetz beschlossen. Dieses besagt, dass Väter künftig die Hälfte der Schwangerschaftskosten der Frau zahlen müssen, die das gemeinsame Kind austrägt.

Bei einer Schwangerschaft müssen werdende Väter aus Utah die Frau finanziell unterstützen. (Symbolbild)
Bei einer Schwangerschaft müssen werdende Väter aus Utah die Frau finanziell unterstützen. (Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa

Das Gesetz wurde Anfang April mit parteiübergreifender Unterstützung verabschiedet und soll am 5. Mai in Kraft treten. Doch was genau wurde mit dieser Regelung nun beschlossen?

Wie die BBC berichtete, verlangt das Gesetz von den biologischen Vätern, dass sie die Hälfte der monatlichen Krankenversicherungskosten einer Mutter während ihrer Schwangerschaft zahlen müssen.

Aber auch andere medizinische Kosten, wie die der Geburt des Babys, sollen künftig zu 50 Prozent von den Männern übernommen werden.

Dass das wirklich notwendig ist, zeigt ein Blick in eine Studie der amerikanischen Health Affairs.

Diese machte bekannt, dass Frauen im Schnitt 4500 Dollar (rund 3800 Euro) für die Geburt eines Kindes zahlen müssen. Und das auch nur, wenn sie eine Krankenversicherung besitzen.

Für Frauen ohne Versicherungsschutz kann sich diese Summe schnell auf 10.000 Dollar (circa 8000 Euro) erhöhen! In Deutschland undenkbar.

Denn hierzulande übernehmen die Krankenkasse alle gesetzlich notwendigen Kosten.

Kritik der Demokraten: Frauen müssen Abtreibungen komplett selbst zahlen!

Die Geburt eines Babys ist in den USA mit hohen Kosten verbunden. (Symbolbild)
Die Geburt eines Babys ist in den USA mit hohen Kosten verbunden. (Symbolbild)  © 123RF/andriano

In Utah müssen Männer nicht fürchten, dass sie sofort zur Kasse gebeten werden. Wenn die Vaterschaft des Kindes infrage steht, kann die Zahlung aufgeschoben werden.

Beim Schwangerschaftsabbruch muss noch immer die Frau die kompletten Kosten tragen, diese liegen bei etwa 1000 Dollar (umgerechnet circa 840 Euro).

Auch deswegen stieß das neue Gesetz auf Widerstand - nämlich seitens der Demokraten!

Diese kritisierten vor allem, dass Frauen, die abtreiben möchten, nach wie vor alleine gelassen würden. Die Politik, so die Kritiker, könnte wesentlich bessere Gesetze verabschieden, um schwangere Frauen oder auch Familien finanziell zu unterstützen.

In Utah ist es sehr schwer, Hilfe bei einem Schwangerschaftsabbruch zu erhalten. Die konservativen Republikaner hatten erst 2019 für ein Gesetz gesorgt, dass Abtreibungen nach der 18. Schwangerschaftswoche verbietet.

Bei einem zwingenden Beratungsgespräch werden Frauen zumeist von einer Abtreibung abgehalten. Selbst wenn sie nach dem Gespräch noch den Eingriff vollziehen möchten, müssen sie mindestens drei Tage abwarten.

Demokraten betonen: Auch die Erziehung eines Kindes kostet!

Die Demokraten machten zugleich deutlich, dass nicht nur eine Schwangerschaft mit hohem Geldaufwand verbunden ist. Auch das Aufwachsen eines Kindes kostet.

Wie das US-Landwirtschaftsministerium bekannt gab, muss eine amerikanische Familie im Schnitt mit 233.000 Dollar (197.000 Euro) für die Erziehung eines Kindes rechnen.

Dabei sind die hohen Kosten eines Studiums noch nicht mal berücksichtigt...

Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa

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