Fauci tritt gegen Trump nach: "Wenn Du die Antwort nicht kennst, nicht raten!"

Washington, D.C. (USA) - Der neue US-Präsident Joe Biden (78) übernahm seine Arbeit direkt nach der Amtseinführung am Mittwochabend. Darüber freute sich auch der führende US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci (80) - und gab Donald Trump (74) zum Abschied noch einen Hinweis mit.

Anthony Fauci spricht mit Reportern im Press Briefing Room im Weißen Haus.
Anthony Fauci spricht mit Reportern im Press Briefing Room im Weißen Haus.  © dpa/AP/Alex Brandon

Endlich konnte der Immunologe durchatmen.

Er musste nicht überlegen, wie er eine Unwahrheit nach der anderen des Präsidenten entkräften könnte. Und viel wichtiger: Fauci muss sich nicht mehr für Fakten rechtfertigen oder Corona-Schutzmaßnahmen verteidigen.

Im ersten Briefing mit Biden konnte Fauci mit dem Kapitel Trump abschließen.

Ehepaar versteckt Kriegswaffen: Terrorverdächtiger Franco A. involviert
Terror Ehepaar versteckt Kriegswaffen: Terrorverdächtiger Franco A. involviert

Dabei ließ er jedoch nicht die Chance verstreichen, zu sagen, was er sich all die Zeit dachte.

"Wenn Sie die Antwort nicht kennen, raten Sie nicht. Sagen Sie einfach, dass Sie die Antwort nicht kennen", sagte Fauci laut TMZ am gestrigen Donnerstag im Weißen Haus.

Was Fauci diplomatisch als Bidens Kompetenz betont, ist zugleich jedoch auch der wichtigste Punkt, den er an Trump so lange ankreiden wollte.

Unvergessen, wie Trump einfach Hydroxychloroquin einnahm und behauptete, es schütze vor einer Infektion mit dem Coronavirus. Oder als er der Bevölkerung Desinfektionsmittel spritzen wollte. Soweit kam es zum Glück aber nie. Letztlich erkrankten der ehemalige US-Präsident und seine Frau Melania selbst an Corona.

"Befreiendes Gefühl": Trump weg, Biden da, Fauci froh

Fauci erklärt die Corona-Lage in den USA.
Fauci erklärt die Corona-Lage in den USA.  © dpa/AP/Alex Brandon

Es ist dem 80-Jährigen hoch anzurechnen, in dieser schwierigen Lage nicht das Handtuch geworfen zu haben. Viele Weggefährten Trumps verließen ihre Posten, obwohl sie sich mit dem Staatsoberhaupt zuvor gut verstanden.

Fauci war bereits lange vor Trump im Amt, seit 1984 schon, und keinesfalls ein Fan des Präsidenten.

Vermutlich war es die Verantwortung der Bevölkerung gegenüber, dass er nicht aufgab.

Unvorstellbar, wie es weitergegangen wäre, hätte Trump einfach einen Bekannten auf Faucis Posten gesetzt.

Nun hat der Gesundheitsexperte mit dem 74-Jährigen abschließen und ihn nochmal öffentlich als "Panikmacher" bezeichnen können, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.

Es sei ein "befreiendes Gefühl", auf Fakten zurückzukommen und die Wissenschaft für sich sprechen zu lassen, wenn es um die Pandemie gehe.

Als Trump sprach, hatte es Anthony Fauci oftmals schwer. Mit diesem Kapitel konnte der Immunologe nun abschließen.
Als Trump sprach, hatte es Anthony Fauci oftmals schwer. Mit diesem Kapitel konnte der Immunologe nun abschließen.  © dpa/AP/Alex Brandon

Und der Immunologe, der gleich 45 Ehrendoktortitel innehat, machte Nägel mit Köpfen: Gemeinsam mit Biden beriet sich Fauci bereits über einen Wiedereintritt in die Weltgesundheitsorganisation WHO, nachdem die USA unter Trump ausgestiegen waren und schon anderthalb Monate vorher die Zahlungen gestoppt wurden.

Titelfoto: dpa/AP/Alex Brandon

Mehr zum Thema USA Politik: