Frau friert toten Mann ein: Jetzt verklagt sie Stadt, Polizei und Gerichtsmediziner

Joplin (USA) - Eine Frau fror ihren Ehemann nach seinem Tod selbst ein. Als die Polizei die Leiche fand, verschwand die Frau. Nun verklagt sie die Behörden.

Nach Barbara Watters (67) wurde mit diesem Foto öffentlich gesucht.
Nach Barbara Watters (67) wurde mit diesem Foto öffentlich gesucht.  © Joplin Police Department

Im November des letzten Jahres fand die Polizei im US-Bundesstaat Missouri die Leiche von Paul Barton in einem Gefrierschrank im Schlafzimmer von Barbara Watters (67). 

Von der Frau fehlte jedoch jede Spur. Sie wurde mittels Öffentlichkeitsfahndung gesucht und nur wenig später gefunden.

Laut einem Bericht des Springfield News Leader gingen die Beamten damals davon aus, dass der Mann bereits seit einem Jahr eingefroren wurde.

Doch Watters beteuerte, ihn nur zwei Monate so aufbewahrt zu haben. Eine Sterbeurkunde oder ähnliche Dokumente konnte sie jedoch nicht vorlegen.

Sie wurde nach dem Entdecken des toten Paul Bartons wegen "Verheimlichen einer Leiche" angeklagt, was in den USA soviel bedeutet, wie das Verschweigen des Fundes oder Aufenthaltsortes des Toten. Auch ein heimliches Entsorgen der Leiche verstehen die Amerikaner darunter.

Im Zuge dessen wurde der Leichnam von einem Gerichtsmediziner untersucht und die Polizei sicherte Spuren im kompletten Wohnhaus der Rentnerin.

Vor Gericht sprach ein Richter die Frau aber im Januar frei. Die Angelegenheit sei zwar "krankhaft", wie er schrieb, jedoch stelle es nicht den Tatbestand von "Verheimlichen einer Leiche" dar. Außerdem gehe man von einem natürlichen Tot aus.

Nun verklagt die Frau ihre Ankläger

In einem Gefrierschrank bewahrte die Frau ihren toten Ehemann auf. (Illustration)
In einem Gefrierschrank bewahrte die Frau ihren toten Ehemann auf. (Illustration)  © 123RF/Maksym Bondarchuk

Die 67-Jährige wollte nach der Verhandlung des Prozesses jedoch ihren toten Ehemann zurückhaben. Auch verschiedene Dokumente, den Gefrierschrank und ein Transporter-Fahrzeug forderte sie mit mehreren Briefen von den Behörden zurück.

"Sie haben sich geweigert, die Überreste ihres Mannes an sie zurückzugeben", teilte der Anwalt von Barbara Watters mit. "Der einzige andere Schritt war ein Rechtsstreit."

Und so setzten Watters und ihr Anwalt eine Klage auf, die sich gegen die Stadt Joplin, die örtliche Polizei und den obduzierenden Gerichtsmediziner wendete. Die Frau fordert nun nicht nur die Herausgabe all ihrer Dinge und des toten Mannes, sondern auch Strafschadenersatz sowie die Übernahme ihrer Anwalts- und Gerichtskosten.

Die Behörden antworteten nicht auf eine Anfrage des Springfield News Leader zu den Vorwürfen. Wann der Gerichtsprozess startet, steht noch nicht fest.

Titelfoto: 123RF/Maksym Bondarchuk, Joplin Police Department

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