Frau ruft die Polizei, nachdem ein Mann sie bittet, ihren Hund an die Leine zu nehmen

New York - Ein begeisterter Vogelbeobachter wies eine Frau darauf hin, ihren Hund an die Leine zu nehmen. Die hellhäutige Dame rief daraufhin die Polizei und gab an, von einem "dunkelhäutigen Afrikaner" bedroht zu werden.

Ein Polizist patrouilliert im Central Park in New York mit seinem Schäferhund. Der berühmte Park wurde kürzlich Schauplatz eines rassistischen Vorfalls.
Ein Polizist patrouilliert im Central Park in New York mit seinem Schäferhund. Der berühmte Park wurde kürzlich Schauplatz eines rassistischen Vorfalls.  © Frank Franklin Ii/AP/dpa

Den Vorfall nahm der Mann namens Christian Cooper mit seiner Handy-Kamera auf und stellte das Video auf Facebook. 

Seine Schwester Melody veröffentlichte das Material ebenfalls auf Twitter, wo es innerhalb kürzester Zeit millionenfach aufgerufen wurde.

Wie BBC in Bezug auf Christian Cooper berichtet, beobachtete er während des Cornavirus Vögel im Central Park in New York. Ihm fiel dabei die junge Frau Amy auf, welche ihren Hund nicht an der Leine hatte, obwohl das eine strenge Vorgabe im Park sei.

Aus Sorge, dass die Heimat der gefiederten Wesen durch den freilaufenden Hund bedroht werden würde, wies er sie höflich darauf hin, ihren Vierbeiner bitte an die Leine zu nehmen.

Doch Amy reagierte leider überhaupt nicht verständnisvoll. 

Daraufhin zückt Christian sein Handy und hält seine Kamera eine Minute lang auf die junge Frau. Das nachfolgende Video geht viral und erzeugt einen riesigen Nachhall.

In diesem ist zu sehen, wie Amy wutentbrannt auf Christian zugeht. "Nimm die Kamera runter", ruft sie, während Christian sie darum bittet, ihr nicht näher zu kommen. Denn immerhin herrschen während des Coronavirus strenge Regelungen, was den Kontakt mit anderen Menschen betrifft.

Doch Amy kommt immer näher, zeigt auf ihn, zerrt ihren Hund währenddessen brutal hinter sich her. Sie fuchtelt mit ihren Händen vor seinem Gesicht. Christian bleibt während dieser bedrohlichen Situation die gesamte Zeit über entspannt.

"Er bedroht mich", schreit sie, während Christian ruhig dasteht.

Amy macht ernst: Völlig siegessicher greift sie nach ihrem Handy und behauptet, von einem Schwarzen bedroht zu werden.
Amy macht ernst: Völlig siegessicher greift sie nach ihrem Handy und behauptet, von einem Schwarzen bedroht zu werden.  © Bildmontage/Twitter/melodyMcooper

"Ich werde die Polizei alarmieren" droht sie ihm und fängt an, auf ihrem Handy herumzutippen. Christian nimmt es weiterhin gelassen, er steht ruhig da und filmt die immer hektisch werdende Frau. 

"Ich werde ihnen sagen, dass da ein Afro-Amerikanischer Mann ist, der mein Leben bedroht!"

"Sag Ihnen, was du möchtest", entgegnet Christian. Eine Reaktion, die nicht verständlich ist, der Afro-Amerikaner hätte alle Gründe gehabt, Angst zu bekommen. 

In den USA kam es in den letzten Monaten vermehrt zu Gewalt gegenüber Schwarzen. Die Ermordung des unschuldigen schwarzen Joggers Ahmaud Arbery (TAG24 berichtete) von Weißen sorgte für riesige Schlagzeilen.

Doch Christian rennt nicht weg. Er bleibt, filmt, zeigt nun zahlreichen Zuschauern das unfassbare: Amy verständigt tatsächlich die Polizei. Während des Telefonats zerrt sie ihren Hund an der Leine, der vergeblich sucht, sich loszureißen.

Amy behauptet, dass der Mann sie und ihren Vierbeiner bedrohe. Schließlich schreit sie in ihr Telefon: "Er bedroht mich! Rufen sie die Cops, SOFORT!" Christian unternimmt während der gesamten Situation nichts. Er schreitet nicht ein. Er brüllt sie nicht an. Er beendet die Aufnahme mit einem schlichten "Danke dir".

Die Folgen für Amy ließen nicht lange auf sich warten. Ihr Arbeitgeber kündigte sie nach Sichtung des Videos, mit den Worten "Für Rassismus ist hier keinen Platz". Zudem gab Amy ihren Hund wieder ab, nachdem sie zahlreiche Nachrichten über die grausame Behandlung gegenüber ihres Vierbeiners erhalten hatte.

Amy entschuldigte sich öffentlich bei Christian und seiner Familie. Sie gesteht ihren Fehler ein und meint, sie "habe überreagiert". Die New Yorker Polizei gab an, den Vorfall nicht weiter verfolgt zu haben.

Auch wenn dieser Vorfall für alle Beteiligten glimpflich ausfiel, zeigt er wieder einmal, wie ungerecht schwarze Personen behandelt werden. Spätestens jetzt sollte jedem klar sein, dass rassistisches Verhalten zu keinem Zeitpunkt angemessen ist und ein solches oft auch negative Folgen mit sich bringt.

Titelfoto: Frank Franklin Ii/AP/dpa

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