Geheime Dokumente zu 9/11: Familien der Opfer wenden sich mit Drohung an Biden

Washington - US-Präsident Joe Biden (78) hat das Justizministerium und andere Behörden angewiesen, die Freigabe geheimer Dokumente zu den Terroranschlägen vom 11. September zu prüfen.

11. September 2001: Mehrere Islamistische Terroristen steuerten gekaperte Flugzeuge unter anderem in das World Trade Center in New York.
11. September 2001: Mehrere Islamistische Terroristen steuerten gekaperte Flugzeuge unter anderem in das World Trade Center in New York.  © New York City Police/epa ABC NEWS / HO/dpa - ABC News www.abcnews.go.com

Eine Verordnung verpflichte Justizminister Merrick Garland, entsprechende Dokumente im Zusammenhang mit den Ermittlungen zu den Anschlägen dann innerhalb der kommenden sechs Monate zu veröffentlichen, teilte Biden mit.

Informationen sollten nicht als Verschlusssache eingestuft bleiben, wenn das öffentliche Interesse an der Offenlegung den Schaden für die nationale Sicherheit überwiege, heißt es in der Verfügung.

"Als ich für das Amt des Präsidenten kandidierte, habe ich mich verpflichtet, für Transparenz bei der Freigabe von Dokumenten über die Terroranschläge vom 11. September 2001 auf Amerika zu sorgen", hieß es in einer Mitteilung Bidens.

Mit Blick auf den 20. Jahrestag der Anschläge wolle er sich nun an dieses Versprechen halten.

Zuvor hatten einige Familien der Opfer in einem Brief damit gedroht, nicht zu den Gedenkfeierlichkeiten zum 20. Jahrestag zu erscheinen, falls Biden nicht Dokumente freigebe.

Mehrheit der Attentäter waren saudische Staatsbürger

Fotos von Opfern der Anschläge des 11. September 2001 sind im Gedenkraum des 9/11-Museums in New York zu sehen.
Fotos von Opfern der Anschläge des 11. September 2001 sind im Gedenkraum des 9/11-Museums in New York zu sehen.  © Johannes Schmitt-Tegge/dpa
Nachdem Terroristen flogen am 11. September 2001 mit zwei entführten Flugzeugen in das World Trade Center und brachten die Zwillingstürme zum Einsturz.
Nachdem Terroristen flogen am 11. September 2001 mit zwei entführten Flugzeugen in das World Trade Center und brachten die Zwillingstürme zum Einsturz.  © Montage: Patrick Sison/AP/dpa, David Karp/AP/dpa
links: Drei New Yorker Feuerwehrleute hissten nach den Terroranschlägen die US-Flagge in den Trümmern des World Trade Centers. Die Karte zeigt die Flugrouten der am 11. September 2001 entführten Maschinen.
links: Drei New Yorker Feuerwehrleute hissten nach den Terroranschlägen die US-Flagge in den Trümmern des World Trade Centers. Die Karte zeigt die Flugrouten der am 11. September 2001 entführten Maschinen.  © Montage: Rickey Flores/epa THE JOURNAL NEWS/dpa; Grafik: A. Brühl et al., Redaktion: I. Kugel - dpa

Ihnen ging es vor allem um Unterlagen, welche die Rolle Saudi-Arabiens bei den Anschlägen beleuchten. Familien von Opfern der Terroranschläge wollen den Golfstaat schon seit längerem zur Verantwortung ziehen. Hintergrund sind Vorwürfe gegen das Land, Verbindungen zur Terrororganisation Al-Kaida gehabt zu haben. Bei der Mehrheit der Attentäter hatte es sich außerdem um saudische Staatsbürger gehandelt.

Am 11. September 2001 steuerten islamistische Terroristen drei gekaperte Flugzeuge in das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington. Ein weiteres entführtes Flugzeug stürzte in Pennsylvania ab. Den Anschlägen fielen etwa 3000 Menschen zum Opfer.

Titelfoto: New York City Police/epa ABC NEWS / HO/dpa - ABC News www.abcnews.go.com

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