75-Jähriger, der von Polizisten umgestoßen wurde, erlitt Schädelbruch

Buffalo (USA) - Am Abend des 4. Juni nahm der 75-jährige Demonstrant, Martin Gugino, in Buffalo an einer Kundgebung gegen Polizeigewalt teil und wurde dabei ausgerechnet von zwei Polizisten schwer verletzt (TAG24 berichtete). Die Bilder des Mannes, der blutend auf dem Boden lag, gingen um die Welt. Am 12. Juni gab sein Anwalt bekannt, wie schlimm es wirklich um ihn steht, berichtet "The Buffalo News".

Zwei Polizisten aus Buffalo schubsten Martin Gugino.
Zwei Polizisten aus Buffalo schubsten Martin Gugino.  © Mike Desmond/WBFO/AP/dpa

Kelly V. Zarcone teilte in einer per E-Mail gesendeten Erklärung mit, dass Gugino einen Schädelbruch erlitten habe und noch nicht wieder laufen könne. 

Der Menschenrechts- und Friedensaktivist wurde am Freitag nach einem "kurzen Gespräch" müde, so sein Anwalt. "Er ist dankbar für die ganze Sorge um ihn, aber er konzentriert sich immer noch auf die Themen und nicht auf sich selbst", ergänzte Zarcone.

Doch wie war es zu alldem gekommen? Am 4. Juni traf der Rentner gegen 20 Uhr auf dem Niagara Square auf etwa 50 Polizisten. Sie hatten offenbar gerade damit begonnen, die nächtliche Ausgangssperre durchzusetzen, die als Reaktion auf die Gewaltausbrüche in mehreren US-Städten verhängt worden war.

Ein Reporter des lokalen Radiosenders WBFO filmte die Zusammenkunft: In dem etwa 40-sekündigen Clip ist zu sehen, wie Gugino auf die Polizisten zugeht und sogleich von zweien mit Händen und einem Schlagstock zurückgestoßen wird. Der ältere Mann strauchelt und fällt rücklings auf die Betonplatten. Blut strömt aus seinem rechten Ohr.

Vorfall laut Bundesstaatsanwalt kein Fake

Das kaum eine Stunde später verbreitete Video sorgte weltweit für Empörung und die Suspendierung der beiden tätlichen Polizisten. Buffalos Bürgermeister erklärte noch am selben Abend, Gugino sei mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht worden.

New Yorks Gouverneur erreichte den Schwerverletzten nach eigenen Aussagen telefonisch auf der Intensivstation. Ein Sprecher des Hospitals ließ am Morgen darauf über den Bezirksvorsitzenden mitteilen, Patient Gugino sei "wach und orientiert".

Am Samstag, den 6. Juni, erklärte auch der Bundesstaatsanwalt, der unterdessen Anklage gegen die tätlichen Polizisten erhoben hatte, während einer Pressekonferenz, Gugino befinde sich weiterhin im Krankenhaus, in kritischem Zustand.

In den sozialen Netzwerken kursierende Theorien, wonach Gugino unverletzt und der gesamte Vorfall ein Fake sei, um die Polizei vorzuführen, bestritt er mit Nachdruck. 

Titelfoto: Mike Desmond/WBFO/AP/dpa

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