Mann versucht, in Menschenmenge zu fahren: Demonstrant wird nun als Held gefeiert

Seattle (USA) - Während einer friedlichen Demonstration gegen Rassismus und Polizeigewalt am Sonntag in Seattle, versuchte plötzlich ein Mann, mit seinem Auto in die Menschenmenge zu fahren. Anschließend fiel ein Schuss.

Demonstranten bei einem vergangenen Protest gegen Rassismus in Seattle. (Archivbild)
Demonstranten bei einem vergangenen Protest gegen Rassismus in Seattle. (Archivbild)  © dpa/AP/Elaine Thompson

Auf einem Twitter-Video des beinahe tödlichen Vorfalls sieht man zunächst, wie ein Unbekannter mit einem schwarzen Auto mit hohem Tempo direkt auf den Protestzug zufährt. 

Plötzlich rennt einer der Demonstranten, Daniel, mutig auf den Wagen zu, bevor dieser bei der Menschenansammlung ankommen kann und versucht, die Fahrertür aufzureißen, um den Fahrer aufzuhalten und Schlimmeres zu verhindern...

Ein Schuss fällt. Daniel bricht unter Schmerzen auf der Straße zusammen. 

Der mutmaßliche Schütze steigt sofort aus seinem Wagen aus und fuchtelt mit seiner Waffe herum. Man sieht noch, wie Demonstranten schreiend vor ihm flüchten. Dann endet das Video. 

Wie Medien berichten, wurde der 26 oder 27-jährige Daniel von einer Kugel im Oberarm getroffen. Geschossen hatte der unbekannte Autofahrer.

Ein weiteres Video auf Twitter zeigt, wie das angeschossene Opfer mithilfe von zwei medizinischen Helfern, einer von ihnen drückt dem verletzten Mann dabei eine Aderpresse auf den Arm, durch die Menschenmenge läuft und den Tatort verlässt. 

"Ich erwischte ihn und schlug ihm ins Gesicht", erzählt das erschöpfte und wütende Opfer in dem Clip. Er habe einfach nur versucht, die anderen Demonstranten vor dem mutmaßlichen Attentäter zu schützen. 

Laut dem Opfer kannte er den Mann, der auf ihn schoss, berichtete die "Daily Mail" später.  

Die Feuerwehr bestätigte derweil, dass der noch nicht identifizierte mutmaßliche Täter gefasst und in Gewahrsam genommen wurde. 

Das verwundete Opfer wurde im Krankenhaus behandelt und auf Twitter gefeiert. "Daniel leistet eine bessere Arbeit zum Schutz der Bürger als die gesamte Polizei."

Weitere Demonstranten wurden glücklicherweise nicht verletzt. 

Update, 9. Juni, 10.14 Uhr

Laut des Nachrichtendienst Reuters, ist mittlerweile die Identität des mutmaßlichen Attentäters bekannt. Es handelt sich um Nikolas Fernandez. Er wurde verhaftet. Seine Kaution beträgt umgerechnet 177.520 Euro.

Titelfoto: dpa/AP/Elaine Thompson, Twitter/Screenshot/AGarlandPhoto

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