Pastor verhaftet: Trotz Coronapandemie predigte er vor 1000 Menschen

Tampa (USA) - Rodney Howard-Browne (58), Pastor einer sogenannten evangelikalen "Mega-Kirche" in Tampa/USA, wurde am Montag verhaftet, weil er sich weigerte, den aktuellen Sicherheitsvorschriften im Zuge des Coronavirus folge zu leisten. Trotz Verbot predigte er am Sonntag vor 1000 Gläubigen.

Am Sonntag prerdigte Rodney Howard-Browne (58) in zwei Gottesdiensten vor insgesamt 1000 Gläubigen. 
Am Sonntag prerdigte Rodney Howard-Browne (58) in zwei Gottesdiensten vor insgesamt 1000 Gläubigen.  © Screenshot/YouTube/ Rodney Howard-Browne

Scheinbar wollte der umstrittene amerikanische Pastor Rodney Howard-Browne in der besonders harten Zeit für seine gläubigen Schäfchen da sein. Corona-Zeiten sind eben Krisenzeiten. 

Genau das hatten ihm die Polizisten von Tampa allerdings mehrfach verboten. Erst am Freitag statteten sie dem 58-Jährigen einen Besuch ab, um ihn daran zu hindern, seinen geplanten sonntäglichen Gottesdienst zu feiern, berichtet "Fox10". 

Zurzeit gelten nämlich auch in den USA verschärfte Sicherheitsvorschriften, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Es gilt, Abstand zu halten, daheim zu bleiben und keine Veranstaltungen zu besuchen. Auch, wenn es dabei um die Anbetung des Allmächtigen geht. 

Das interessierte den evangelikalen Pastor recht wenig. Er würde seine Türen erst schließen, wenn die "Endzeit" gekommen wäre, zitierte "CNN" den Pastor. 

Wie wenig ihn das genau interessiert, zeigte der 58-Jährige am Sonntag. Er feierte mit seiner Gemeinde zwei Gottesdienste. Über 1000 Gläubige sollen zum Teil in Bussen in die Kirche gekarrt worden sein. Und das, obwohl zurzeit der Coronavirus durch die USA wütet und viele Todesopfer hinterlassen hat. 

Für die Gläubigen, die doch lieber zu Hause blieben, wurde das "Event" außerdem noch über einen Live-Stream auf YouTube übertragen.

Ein absolutes Unding dachte sich wohl auch der zuständige Staatsanwalt. Gegen den Pastor wurde am Montag ein Haftbefehl erlassen, weil er gegen die Regeln für Isolation und Quarantäne verstoßen hatte. Noch am selben Tag stellte er sich freiwillig und wurde umgehend verhaftet. 

Nach nur 40 Minuten war er nach einer Zahlung von umgerechnet etwa 455 Euro Kaution wieder auf freiem Fuß.

Er gefährdete tausende Menschen

"Seine rücksichtslose Missachtung des menschlichen Lebens gefährdete Hunderte von Menschen in seiner Gemeinde und Tausende von Bewohnern, die diese Woche mit ihnen interagieren könnten", so Sheriff Chad Chronister auf einer Pressekonferenz zur Verhaftung.

Das Handeln der Beamten sei aber gewiss kein Angriff auf die Glaubensfreiheit im Land gewesen, so der Sheriff weiter. Denn: "Es gibt nichts Wichtigeres als den Glauben, besonders während einer Pandemie, aber wie jede andere Kirche hier in der Bay Area, tun Sie es verantwortungsbewusst."

Mat Staver, Gründer und Vorsitzende vom "Liberty Counsel", eine Organisation, die evangelische Kirchen rechtlich vertritt, verteidigte jedoch die Entscheidung des Pastors. Die Kirche habe die Technologie, um Viren auszurotten. Und weiter: "Wir haben 13 Maschinen mitgebracht, die im Grunde jeden Virus im Ort abtöten. Wenn Sie niesen, schießt es mit 100 Meilen pro Stunde und (der Virus) wird in Sekundenbruchteilen neutralisiert."

Die Verhaftung des Pastors sei einfach diskriminierend. Außerdem würde die Anordnung der Regierung des Landkreises verfassungswidrig auf die Kirche angewendet.

Das "First Liberty Institute" (Organisation für Religionsfreiheit) ermutigt hingegen dazu, sich nicht mehr in den Gemeinden zusammenzufinden, sondern, "kreative Wege zu finden, um ihren Gemeinschaften online, in kleinen Gruppen oder bei Veranstaltungen vom Typ Drive-Thru zu dienen, zitiert "Fox10" das Institut. 

"Lassen Sie uns herausfinden, wie wir am besten zusammenarbeiten können, um einerseits die Religionsfreiheit zu wahren, andererseits aber auch die öffentliche Gesundheit zu erhalten."

Mat Staver und Rodney Howard-Browne planen jetzt ihre nächsten Schritte. Ob erneut ein illegaler Gottesdienst gefeiert wird, oder er jetzt doch nur noch online predigt, wird sich zeigen.

Live-Stream des Gottesdienstes

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Titelfoto: Screenshot/YouTube/ Rodney Howard-Browne

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