Rund ein Viertel der jungen Amerikaner hält den Holocaust laut Studie für einen "Mythos"

USA - Es sind schockierende Nachrichten, die eine Studie aus den USA nun enthüllte. Fast ein Viertel der jungen Amerikaner hält den Holocaust für einen "Mythos". Knapp zwei Drittel sind sich nicht bewusst, dass über sechs Millionen Juden in Europa vor und während des Zweiten Weltkrieges getötet wurden.

Menschen stehen vor dem Haupttor des früheren Konzentrationslagers Auschwitz mit dem Schriftzug "Arbeit macht frei". Sowjetische Truppen hatten das deutsche Vernichtungslager im besetzten Polen am 27. Januar 1945 befreit.
Menschen stehen vor dem Haupttor des früheren Konzentrationslagers Auschwitz mit dem Schriftzug "Arbeit macht frei". Sowjetische Truppen hatten das deutsche Vernichtungslager im besetzten Polen am 27. Januar 1945 befreit.  © Damian Klamka/ZUMA Wire/dpa

Der Holocaust ist ein dunkler Bestandteil der deutschen Geschichte. Millionen Juden wurden in den Jahren 1933 bis 1945 ermordet.

Die Nationalsozialisten sahen in jüdischen Menschen eine "minderwertige Rasse", weshalb sie diese verfolgten und ermordeten. Allein im Konzentrationslager Auschwitz fanden über eine Million Menschen den Tod.

Die Grausamkeit der Verbrechen während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind auch heute noch wichtiger Bestandteil im deutschen Schulunterricht.

Doch nicht überall auf der Welt sind sich die Menschen bewusst, was während des Holocaust geschah. Das berichtet die Zeitschrift "Guardian"  und beruft sich dabei auf eine aktuelle Umfrage. 

Fast zwei Drittel der jungen amerikanischen Erwachsenen wissen nicht, dass sechs Millionen Juden während des Holocaust getötet wurden. Mehr als jeder Zehnte glaubt, dass Juden den Holocaust verursacht haben.

Die Unwissenheit der Menschen über das größte Verbrechen des 20. Jahrhunderts hat schockierende Ausmaße. Von all den Befragten zwischen 18 und 39 Jahren konnte fast die Hälfte (48 Prozent) kein einziges Konzentrationslager oder Ghetto nennen, das während des Zweiten Weltkriegs errichtet wurde.

Fast ein Viertel der Befragten (23 Prozent) gab an, dass sie den Holocaust für einen Mythos hielten, dass er übertrieben war oder dass sie sich nicht sicher waren. Einer von acht Befragten (12 Prozent) gab an, definitiv nichts über den Holocaust gehört zu haben oder zu glauben, nichts davon gehört zu haben.

Laut Studie ist die Unwissenheit in den USA über den Holocaust stark verbreitet

Juden aus dem Warschauer Getto werden im Sommer 1942 in Güterwaggons verladen und in das Vernichtungslager Treblinka transportiert.
Juden aus dem Warschauer Getto werden im Sommer 1942 in Güterwaggons verladen und in das Vernichtungslager Treblinka transportiert.  © CAF/dpa

Besonders in den sozialen Medien scheint das Problem der Unwissenheit oder des harmlosen Umgangs der Thematik weit verbreitet zu sein. 

Mehr als die Hälfte (56 Prozent) gab an, Nazi-Symbole im Internet gesehen zu haben. Fast die Hälfte (49 Prozent) war im Netz auf Holocaust-Leugnungen gestoßen. 

Die Umfrage wurde von den Jewish Claims Conference, einen Zusammenschluss jüdischer Organisationen, in Auftrag gegeben. Deren Präsident Gideon Taylor bezeichnete die Ergebnisse als "schockierend" und erklärte dringenden Handlungsbedarf. 

Die Studie wurde in den gesamten USA durchgeführt. Auf nationaler Ebene wussten 63 Prozent der Befragten nicht, dass sechs Millionen Juden während des Holocaust ermordet wurden.

Mehr als jeder Dritte (36 Prozent) glaubte, dass zwei Millionen oder weniger ermordet worden waren.

Die Daten wurden aus 1000 Interviews im ganzen Land und 200 Interviews in jedem Bundesstaat mit jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 39 Jahren gesammelt, die nach dem Zufallsprinzip ausgewählt wurden.

Im Netz sorgte die Befragung für große Diskussionen. Nicht nur englische Medien, sondern auch viele deutschsprachige User griffen das Thema auf. 

Titelfoto: Damian Klamka/ZUMA Wire/dpa

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