Schwarzer Pastor ruft die Polizei um Hilfe, doch am Ende wird er verhaftet

Virginia - Der Pastor Leon McCray wurde von einer weißen Familie angegriffen. Er rief die Polizei, doch diese inhaftierte den Pastor anstelle der wahren Täter.

Zwei amerikanische Polizisten laufen den Gehweg entlang (Symbolbild).
Zwei amerikanische Polizisten laufen den Gehweg entlang (Symbolbild).  © 123RF/Antonio Gravante

McCray befand sich zu Hause, als er entdeckte, dass sich zwei Menschen unberechtigterweise Zutritt zu seinem Grundstück verschafft hatten. Diese versuchten, einen Kühlschrank auf seinem Besitz loszuwerden. Der Pastor sprach die beiden an, um ihr Vorhaben zu unterbinden.

Wie nbcnews berichtete, fühlten sich die zwei nicht ertappt, ganz im Gegenteil. Einer begann ihn verbal zu attackieren, während die andere drei weitere Personen zur Unterstützung holte.

Laut der Aussage des Pastors sollen daraufhin alle fünf Anwesenden begonnen haben, ihn nicht nur mit Worten, sondern auch körperlich anzugreifen. Sie drohten ihn umzubringen und sagten ihm, dass sein schwarzes Leben nichts wert sei. Er fühlte sein Leben bedroht und zog seine Waffe. 

Daraufhin verließ die Gruppe das Grundstück. McCray rief die Polizei um Hilfe. Doch als die Beamten am Ort des Geschehens eintrafen, fragten sie nicht McCray, was geschehen sei. Sie redeten nur mit den fünf Personen der Familie, die den Pastor erst kurz zuvor angegriffen hatten.

"Ich hatte keine Gelegenheit zu sprechen", gab der Pastor an. Die Polizisten verhafteten ihn für das herumfuchteln mit seiner Waffe. Obwohl McCray die Beamten auf das unerlaubte Eindringen der Familie sowie deren Angriff hinwies, legten diese ihm Handschellen an. Direkt vor den Tätern. Diese winkten ihm sogar noch, als er die Straße abgeführt wurde.

Der Sheriff entschuldigt sich

Demonstranten nehmen an einer Gedenkveranstaltung an den durch Polizeigewalt getöteten Afroamerikaner George Floyd teil. Das Verhalten von Polizisten gegenüber Schwarzen führt weltweit zu Debatten.
Demonstranten nehmen an einer Gedenkveranstaltung an den durch Polizeigewalt getöteten Afroamerikaner George Floyd teil. Das Verhalten von Polizisten gegenüber Schwarzen führt weltweit zu Debatten.  © Charlie Riedel/AP/dpa

McCray sagt, dieser Tag habe sein Leben verändert. Über seine Erfahrungen sprach er während der Messe in der Kirche. Einer der Polizisten, die ihn verhaftete hatten, kenne ihn seit über 20 Jahren. Der gesamte Vorfall sei sehr "beunruhigend" gewesen.

Am Freitag verkündete der Sheriff Timothy Carter, dass die Anklage gegen McCray fallen gelassen wurde. Die fünf Angreifer im Alter von 26 bis 57 Jahren wurden hingegen festgenommen. Ihnen wird u. a. Körperverletzung sowie Rassismus und unerlaubtes Betreten eines privaten Grundstückes vorgeworfen.

Carter sagt, dass die Ermittlungen weiterhin andauern. Die Verhaftung der Familie erfolgte, nachdem er ein Gespräch mit McCray suchte. Der Sherrif gab an, dass er an der Stelle des Pastors wohl auch seine Waffe zur Selbstverteidigung gezogen hätte.

Er entschuldigte sich bei dem fälschlicherweise festgenommenen Mann. 

Der Vorfall wird eingehend untersucht werden. Zudem sind zwei Angestellte der Behörde, die McCray verhafteten, beurlaubt worden.

Der Vorfall schlug im Netz hohe Wellen. Die User sind von dem Verhalten der Polizisten gegen den Pastor empört.

Titelfoto: 123RF/Antonio Gravante

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