Sie schnitt einer Schwangeren das Baby aus dem Bauch: Lisa Montgomery hingerichtet

Terre Haute (USA) - Der jahrelange Kampf der Anwälte einer zum Tode verurteilten Mörderin in den USA ist in der vergangenen Nacht zu Ende gegangen. Lisa Montgomery (52) ist tot - als erste Frau seit 1953 wurde sie von der US-Bundesregierung hingerichtet.

In einer Todeszelle hoffte Lisa Montgomery (52) auf Gnade. In der Nacht zu Mittwoch wurde ihr aber die tödliche Injektion versetzt. (Archivbild)
In einer Todeszelle hoffte Lisa Montgomery (52) auf Gnade. In der Nacht zu Mittwoch wurde ihr aber die tödliche Injektion versetzt. (Archivbild)  © Paul Buck/EPA/dpa

Der 52-Jährigen wurde im Federal Correctional Complex in Terre Haute eine tödliche Injektion verabreicht, die um 1.31 Uhr Ortszeit zu ihrem Tod führte. Das berichten mehrere US-amerikanische Medien, darunter CNN.

Am Dienstagabend waren die letzten Anstrengungen ihrer Verteidiger am Obersten Gerichtshof gescheitert. Immer wieder hatten Lisa Montgomerys Anwälte gefordert, die Hinrichtung weiter aufzuschieben, um die angeblich schwere psychische Erkrankung der 52-Jährige belegen zu lassen. Dies hätte zum kompletten Stopp der Todesstrafe geführt.

Dass sich der Fall so lang hinzog, lag an der Coronavirus-Pandemie. Die Exekution sollte eigentlich schon im Dezember 2020 stattfinden. Weil sich Lisa Montgomerys Anwälte aber mit Covid-19 infiziert hatten, wurde sie auf den gestrigen 12. Januar verschoben.

Eigentlich hatten die Verteidiger geplant, die Hinrichtung noch weiter hinauszuzögern. Offenbar, weil die von Donald Trump (74) erstmals nach 17 Jahren wieder eingeführte Todesstrafe vom neuen Präsidenten Joe Biden (78) wieder abgeschafft werden wird.

Heftige Kritik von Lisa Montgomerys Verteidigern: Hinrichtung "weit von der Gerechtigkeit entfernt"

"Die Regierung hat in ihrem Eifer vor nichts Halt gemacht, um diese kaputte und wahnhafte Frau zu töten", sprach ihre Anwältin Kelley Henry. Lisa Montgomerys Hinrichtung sei "weit von der Gerechtigkeit entfernt."

Die Tat: Montgomery hatte 2004 die schwangere Bobbie Jo Stinnet (23) umgebracht. Bei ihr wollte sie eigentlich einen Hundewelpen kaufen. Im Haus kam es aber zum Streit. Montgomery soll die im achten Monat Schwangere stranguliert und -nachdem sie bewusstlos wurde - begonnen haben, das ungeborene Kind aus ihrem Bauch zu schneiden.

Während des Versuchs kam Stinnet aber wieder zu sich, wodurch die heute 52-Jährige sie erwürgte. Den Fötus entfernte und entführte sie. Das Baby überlebte die unfassbare Attacke und wurde später seinem Vater übergeben.

Lisa Montgomery saß später jahrelang im Gefängnis, ehe 2007 das Todesurteil verkündet wurde.

Titelfoto: Paul Buck/EPA/dpa

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