Symbol des Rassismus? Der ewige Streit um eine Flagge

USA - Im Amerikanischen Bürgerkrieg starben mehr US-Soldaten als in den beiden Weltkriegen und im Vietnamkrieg zusammen. Im Zuge der neuerlichen Anti-Rassismus-Proteste diskutiert das Land heute mehr denn je über die damals wie heute populäre, aber umstrittene Südstaatenflagge.

Pittsboro, North Carolina: Ein Black Lives Matter-Plakat ist neben einer Konföderiertenflagge zu sehen.
Pittsboro, North Carolina: Ein Black Lives Matter-Plakat ist neben einer Konföderiertenflagge zu sehen.  © Gerry Broome/AP/dpa

Was mit einem Land geschieht, das seine eigene Geschichte nur unzureichend aufarbeitet, kann man am Beispiel der Vereinigten Staaten beobachten.

Über die frühere Kriegsflagge der Konföderierten im Bürgerkrieg (1861 bis 1865) wird schon seit Jahren kontrovers gestritten.

Damals traten die Südstaaten (Konföderierte) aus der Union aus - zu tief war die soziale, wirtschaftliche und politische Spaltung im Land. Auch die Frage der Sklaverei spielte eine Rolle.

Als die Nordstaaten unter Abraham Lincoln den Sezessionskrieg gewannen, wurde die Sklaverei in allen US-Staaten endgültig abgeschafft.

Die Vereinigten Staaten wurden in ihrer ursprünglichen Form wiederhergestellt, doch die Flagge der Konföderierten (CSA) lebte weiter.

In einem Interview mit Fox News hat sich nun auch US-Präsident Donald Trump in die aktuelle Debatte eingeschaltet.

Die Geschichte einfach auszulöschen, sei der falsche Weg, sagte Trump. Wenn Menschen heute noch die Konföderiertenflagge zeigen würden, dann nicht wegen eines wie auch immer gearteten Rassismus, sondern als Ausdruck der Liebe zu den Südstaaten.

Auch die Umbenennung von Militärstützpunkten, die bis heute nach früheren CSA-Generälen benannt sind, lehnte der Präsident ab. Erbost reagierte er auf die Mitteilung der beliebten Motorsportserie Nascar, dass die Fahne nicht mehr zu Rennen mitgebracht werden dürfe.

Kritiker der Flagge sehen diese als Symbol der Verherrlichung der einstigen Sklavenhalter in den Südstaaten. Die schon seit Jahren geführte Auseinandersetzung wurde durch den Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz Ende Mai besonders angeheizt.

USA verbannen Südstaatenflagge aus sämtlichen Militäreinrichtungen

Zuletzt schaffte der Bundesstaat Mississippi seine Flagge aus dem Jahr 1894 ab, da diese in Teilen an die Südstaatenflagge erinnerte. Auch Verteidigungsminister Mark Esper sorgte mit seiner Ankündigung, die Fahne von allen Militäreinrichtungen zu verbannen, für Aufsehen.

Titelfoto: Gerry Broome/AP/dpa

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