"Trauriger Meilenstein": Trump gedenkt 100.000 Corona-Toten auf Twitter

USA - Jeder von ihnen hat ein Gesicht, einen Namen, eine eigene Identität: Die Corona-Todesbilanz ist in den Vereinigten Staaten von Amerika auf 100.000 Menschen gestiegen.

Für Trumps Beileidsbekundung auf Twitter gab es viel Spott und Häme.
Für Trumps Beileidsbekundung auf Twitter gab es viel Spott und Häme.  © Evan Vucci/AP/dpa

"Mit 100.000 Toten in Folge der Coronavirus-Pandemie haben wir einen traurigen Meilenstein erreicht", verkündete US-Präsident Donald Trump auf Twitter.

"Allen Familien und Freunden der Verstorbenen möchte ich mein tief empfundenes Mitgefühl und meine Liebe für alles aussprechen, wofür diese großartigen Menschen standen und was sie repräsentierten. Gott sei mit euch", fuhr er fort.

Erwartungsgemäß fielen die Reaktionen der Community sehr unterschiedlich aus - in den letzten Wochen wurde Trump immer wieder für sein mangelndes Corona-Krisenmanagement kritisiert.

"Gott segne sie alle und Gott segne Sie dafür, dass Sie für uns stehen und kämpfen, Präsident Trump", kommentierte eine Nutzerin. "Ich hoffe, Gott wird über die Toten wachen", ergänzte ein Anderer.

Die überwiegende Mehrheit der Kommentare fiel jedoch negativ aus: "Alter, gib dem Praktikanten, der das für dich geschrieben hat, ein paar zusätzliche Dollar. Diese Worte haben dich fast menschlich klingen lassen", höhnte ein User.

"Wenn Du Monate zuvor Maßnahmen ergriffen hättest, wären Zehntausende weniger Amerikaner gestorben. Du hast noch immer keinen Plan. Du hast uns alle im Stich gelassen", antwortete ein Nutzer vorwurfsvoll.

Der Nächste postete: "Nicht ein einziges Mal bin ich in acht Jahren Obama-Administration zu Bett gegangen und habe mich gefragt, ob morgen der Dritte Weltkrieg ausbricht" und spielte damit auf die schlechter werdenden diplomatischen Beziehungen der USA zu China an.

Ob Donald Trump die mehr als 35.000 Kommentare zu seinem Tweet gelesen hat, darf natürlich bezweifelt werden. Direkt im nächsten Beitrag ging der Präsident dafür allerdings schon wieder in den Angriffsmodus über: "Überall auf der Welt marschiert das Coronavirus, ein sehr schlechtes 'Geschenk' aus China, weiter. Nicht gut", twitterte er.

Titelfoto: Evan Vucci/AP/dpa

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