Trump lässt Polizisten über gemeinen Spitznamen für Biden abstimmen

New York (USA) - US-Präsident Donald Trump (74) hat ihm wohlgesonnene Mitglieder einer New Yorker Polizeigewerkschaft über einen Spitznamen für seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden (77) abstimmen lassen. 

Donald Trump (74), Präsident der USA, spricht während einer Veranstaltung im Trump National Golf Club.
Donald Trump (74), Präsident der USA, spricht während einer Veranstaltung im Trump National Golf Club.  © dpa/AP/Susan Walsh

"Was ist besser: 'Schläfriger Joe' oder 'Langsamer Joe'?", fragte Trump bei einer Veranstaltung in Bedminster (New Jersey). 

"Ich wusste es!", verkündete er, nachdem sich die versammelten Mitglieder der Polizeigewerkschaft NYC PBA mit ihren Rufen für "schläfrig" entschieden hatten. 

Ziel des Events am Freitag (Ortszeit) war, Trump die Unterstützung der Gewerkschaft für die Präsidentenwahl im November auszusprechen.

Trump nutzte die Veranstaltung auch für politische Angriffe auf Biden und seine Vize-Kandidatin Kamala Harris (55). 

"Niemand wird sicher sein in Bidens Amerika", sagte er. 

Zugleich ermutigte der Präsident die Polizisten, zurückzuschlagen, wenn sie von Demonstranten angegriffen würden.

Wurde Donald Trump ausgespäht?

William Barr (70), Justizminister der USA.
William Barr (70), Justizminister der USA.  © dpa/AP/Evan Vucci

In den Ermittlungen zur Überwachung von Personen aus dem Umfeld von Donald Trump rund um die Präsidentenwahl 2016 will sich ein ehemaliger FBI-Anwalt schuldig bekennen. 

Laut Gerichtsunterlagen falsifizierte er 2017 eine E-Mail, um die Verlängerung von Überwachungsmaßnahmen gegen Wahlkampfberater Carter Page (49) nicht zu gefährden.

Obwohl es ein für den Ermittlungsverlauf eher unbedeutendes Ereignis mehr als ein halbes Jahr nach der Wahl im November 2016 war, ergriff Präsident Trump die Gelegenheit, um seinen Vorwurf zu bekräftigen, sein Wahlkampfteam sei von seinem Vorgänger Barack Obama (59) ausgespäht worden. 

"Schreckliche Sache, schreckliche Sache", sagte der Präsident über die Nachricht in einer Pressekonferenz im Weißen Haus am Freitag. "Fakt ist, sie haben meine Wahlkampagne ausspioniert und sind dabei erwischt worden."

Dieser Vorwurf, den Trump oft wiederholt, steht im Mittelpunkt einer Untersuchung, die im vergangenen Jahr von Justizminister William Barr (70) eingeleitet wurde. 

Die Bundespolizei FBI und andere Ermittlungsbehörden hatten 2016 mehrere Vertraute Trumps wegen ihrer Verbindungen zu Russland unter die Lupe genommen.

Laut dem am Freitag veröffentlichten Gerichtsdokument wurde der FBI-Anwalt im Juni 2017 beim Antrag zur vierten Verlängerung der bereits seit Oktober 2016 laufenden Überwachungsmaßnahmen hausintern mit der Frage konfrontiert, ob Page je als Quelle für US-Behörden tätig gewesen sei. Er habe das verneint - obwohl ihm eine E-Mail des Auslandsgeheimdienstes CIA vorlag, in der Page als "operativer Kontakt" eingestuft wurde. 

Diese E-Mail leitete der FBI-Mitarbeiter dann als Beleg weiter, schrieb den Gerichtsunterlagen zufolge zuvor aber die Worte "und keine Quelle" zusätzlich in den Text rein.

Titelfoto: dpa/AP/Susan Walsh

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