Trump ruft Familie von getötetem George Floyd an und lässt keinen zu Wort kommen

Washington - Sowohl US-Präsident Donald Trump als auch der ehemalige Vizepräsident Joe Biden haben die Familie des in Minnesota getöteten Afroamerikaners George Floyd (†46) angerufen. 

Donald Trump, Präsident der USA,
Donald Trump, Präsident der USA,  © Susan Walsh/AP/dpa

Im Gespräch mit dem Sender MSNBC sagte Philonise Floyd, der Bruder von George Floyd, Trump habe die ganze Zeit "so schnell" gesprochen. 

"Er hat mir nicht einmal die Gelegenheit gegeben, etwas zu sagen. Es war schwer. Ich habe versucht, mit ihm zu reden, aber er hat mich immer wieder abgewehrt, so als wolle er mir klar machen 'Ich will nicht hören, wovon du sprichst'", sagte Floyd.

Und weiter: "Ich habe ihm nur gesagt, dass ich Gerechtigkeit will und dass ich nicht glauben kann, dass sie (die Polizisten, Anm.d.Red.) am helllichten Tag jemanden lynchen."

Vizepräsident Biden habe er angefleht, "ob er bitte, bitte für Gerechtigkeit für meinen Bruder sorgen kann. Ich musste noch nie einen Mann anflehen." 

Laut CNN behauptete Trump am Freitag, er habe mit Floyds Familie gesprochen, aber keine Details des Gesprächs preisgegeben.

"Die Floyds sind großartige Menschen"

In den USA hat der Tod Floyds mehrtägige Proteste und teils schwere Ausschreitungen in verschiedenen US-Metropolen nach sich gezogen.
In den USA hat der Tod Floyds mehrtägige Proteste und teils schwere Ausschreitungen in verschiedenen US-Metropolen nach sich gezogen.  © Matt Dunham/AP/dpa

"Ich möchte der Familie von George Floyd das tiefste Beileid und das tief empfundene Mitgefühl unserer Nation aussprechen", sagte der US-Präsident während einer Veranstaltung im Weißen Haus und fügte später hinzu: "Ich habe mit Familienmitgliedern der Floyds gesprochen, großartige Menschen."

George Floyd starb am vergangenen Montag, nachdem er von der Polizei in Minneapolis festgenommen worden war. Die öffentliche Empörung wuchs, nachdem ein Video aufgetaucht war, in dem ein Polizist auf Floyds Hals kniete und er dadurch keine Luft mehr bekam. Er erlag den Verletzungen wenig später in einem Krankenhaus.

Seitdem haben sich Proteste gegen Polizeibrutalität in den Vereinigten Staaten ausgebreitet.

Die vier an der Verhaftung beteiligten Beamten wurden entlassen. Einer von ihnen, Derek Chauvin, wurde am Freitag verhaftet und wegen Mordes dritten Grades und Totschlags zweiten Grades angeklagt, so Mike Freeman, Bezirksstaatsanwalt von Hennepin.

Titelfoto: Susan Walsh/AP/dpa, Matt Dunham/AP/dpa

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