Kommentar zur US-Wahl: Donald Trump tritt die Demokratie mit Füßen

Donald Trump und seine Getreuen haben offensichtlich ein äußerst fragwürdiges Verhältnis zur Demokratie, meint unser Redakteur in seinem Kommentar zur US-Wahl 2020.

Die US-Wahl 2020 ist noch nicht beendet, doch der momentane Präsident der USA, der Rechtspopulist Donald Trump (74), proklamiert bereits den Sieg für sich (TAG24 berichtete).

Donald Trump, Präsident der USA, spricht am frühen Mittwochmorgen im Ostsaal des Weißen Hauses.
Donald Trump, Präsident der USA, spricht am frühen Mittwochmorgen im Ostsaal des Weißen Hauses.  © Evan Vucci/AP/dpa

Man muss sich das einmal vorstellen: Die Stimmen sind noch nicht allesamt vollständig ausgezählt, die Wahlnacht in den USA ist noch nicht zu Ende, aber der Republikaner Trump warnt ohne jeden Beweis bereits mit mehr als deutlichen Worten davor, dass sein angeblich schon sicherer Sieg gestohlen würde.

Er will die weitere Auszählung der abgegebenen Stimmen unterdrücken und dafür den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten anrufen.

Wenn der Sieg des amtierenden US-Präsidenten über seinen Herausforderer Joe Biden (77) von den Demokraten tatsächlich so sicher ist, weshalb will Trump dann die weitere Auszählung verhindern? 

Es steht eventuell eher die Gefahr im Raum, dass es Trump und seine Republikaner sind, die versuchen, die Wahl zu stehlen. Ob die Auszählung tatsächlich abgebrochen wird, ist indes derzeit noch völlig unklar. Gegenwärtig wird zumindest gezählt.

Tatsächlich spricht aber wohl einiges dafür, dass der amtierende Präsident der USA seine Wiederwahl knapp geschafft hat. Endgültig sicher ist dies jedoch nicht.

Eines jedoch ist schon jetzt deutlich: Der Republikaner und seine Getreuen haben offensichtlich ein äußerst fragwürdiges Verhältnis zu demokratischen Entscheidungsprozessen. Die US-Wahl 2020 wurde von Trump entsprechend diskreditiert.

Im deutlichen Kontrast dazu stand das Auftreten von Herausforderer Biden. Er wandte sich noch vor Trump an seine Anhänger und rief zu Geduld auf. Die Menschen sollten abwarten, bis alle Stimmen ausgezählt seien.

US-Wahl 2020: Donald Trump säte bereits mehrfach Zweifel am Wahlprozess

Die politische Finte Trumps passt zu seinen früheren Manövern, in denen er ebenfalls bereits mehrfach Zweifel am Wahlprozess säte und insbesondere die starke Briefwahl infolge der Corona-Krise als ein Einfallstor für Wahlbetrug darstellte, jedoch ohne je einen Beleg dafür vorzulegen.

Meine Meinung: Trump hat mit seinem Verhalten die Demokratie mit Füßen getreten.

TAG24-Redakteur Florian Gürtler lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.
TAG24-Redakteur Florian Gürtler lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.  © Florian Gürtler

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Titelfoto: Evan Vucci/AP/dpa, Florian Gürtler

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