Weißes Haus muss mit Taliban kooperieren: "Ironie ist ein viel zu schwacher Begriff"

Washington/Kabul - Die US-Regierung ist sich der Ironie bewusst, die in ihrer aktuellen Kooperation mit den militant-islamistischen Taliban steckt.

Ein verzweifelter Joe Biden (78)? Er muss jetzt mit den Taliban verhandeln.
Ein verzweifelter Joe Biden (78)? Er muss jetzt mit den Taliban verhandeln.  © dpa/AP/Evan Vucci

"Ich glaube, Ironie ist ein viel zu schwacher Begriff", sagte die Sprecherin der US-Regierungszentrale, Jen Psaki, in Washington auf die entsprechende Nachfrage eines Journalisten.

Dies seien aber die Umstände, mit denen die USA in Afghanistan konfrontiert seien.

Die Taliban kontrollierten das Land. Um US-Bürger, afghanische Helfer oder andere Schutzbedürftige evakuieren zu können, müssten die USA sich mit den Taliban abstimmen.

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"Dies ist keine bevorzugte Beziehung", sagte Psaki, betonte aber: "Dies ist nicht der einzige Ort auf der Welt, an dem wir mit Gegnern oder früheren Feinden zusammenarbeiten müssen, um Ziele der nationalen Sicherheit der USA voranzutreiben."

Der US-geführte Einmarsch in Afghanistan hatte Ende 2001 zum Sturz des Taliban-Regimes geführt. Die Islamisten bekämpften danach die ausländischen Soldaten und die afghanischen Sicherheitskräfte.

Vor etwa zwei Wochen hatten die Taliban nach einem Eroberungsfeldzug im Land wieder die Macht in Afghanistan übernommen.

Ein Taliban-Kämpfer steht an einem Kontrollpunkt in Kabul.
Ein Taliban-Kämpfer steht an einem Kontrollpunkt in Kabul.  © dpa/AP/Rahmat Gul

Seitdem versuchen die USA und ihre Verbündeten verzweifelt, ihre eigenen Staatsbürger, afghanische Helfer und andere Schutzbedürftige vor den Taliban in Sicherheit zu bringen und auszufliegen.

Für die Abwicklung der Evakuierungsmission stimmen sie sich auf verschiedenen Kanälen mit den Taliban ab.

Titelfoto: Montage: dpa/AP/Rahmat Gul, dpa/AP/Evan Vucci

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