Wie bitte? Osama bin Ladens Nichte ist Trump-Anhängerin und befürchtet neue Terroranschläge

Genf - Noor bin Ladin (33) ist nicht nur die Nichte des berüchtigten Terroristen, sondern auch glühende Trump-Anhängerin. Doch wie passt das zusammen?

Noor bin Ladin (33) ist gebürtige Schweizerin und glühende Trump-Anhängerin.
Noor bin Ladin (33) ist gebürtige Schweizerin und glühende Trump-Anhängerin.  © twitter.com/noorbinladin

Die in der Schweiz geborene Nichte des früheren al-Qaida-Oberhaupts macht auf ihren sozialen Netzwerken offensiv Werbung für US-Präsident Donald Trump (74).

Außerdem ist bin Ladin - deren Familienzweig ihren Namen immer anders geschrieben hat als ihr berüchtigter Onkel - Anhängerin der Verschwörungstheorien rund um QAnon, Maskengegnerin und degradiert Herausforderer Joe Biden (77).

Im Interview mit Trumps Haus- und Hofsender FOX News erklärte die 33-Jährige, dass sie mehr Kritik für ihre politischen Äußerungen als für ihren Nachnamen erhalte.

Nationale Sicherheit in Gefahr: Huawei-Geräte fliegen vom Markt
USA Politik Nationale Sicherheit in Gefahr: Huawei-Geräte fliegen vom Markt

"Wie Sie sich vorstellen können, gibt es einige Herausforderungen, die mit dem Tragen dieses Namens verbunden sind (...) Ich finde es ziemlich interessant, dass ich in bestimmten elitären Kreisen, denen ich begegnet bin, so viel Arroganz und Vulgarität ausgesetzt war, weil ich meine Überzeugungen und meine Unterstützung für den Präsidenten zum Ausdruck gebracht habe", berichtete sie.

Auf ihrer eigenen Website hat sie sogar einen "Letter to America" ("Brief an Amerika") verfasst, in dem die "Amerikanerin im Herzen" ihre fragwürdigen Gründe zur Wiederwahl Trumps zusammenfasst.

Noor bin Ladin glaubt an QAnon und ist Masken-Gegnerin

Bin Ladin ist der festen Überzeugung, dass nur eine Wiederwahl Donald Trumps (74) terroristische Anschläge auf die USA verhindern kann.
Bin Ladin ist der festen Überzeugung, dass nur eine Wiederwahl Donald Trumps (74) terroristische Anschläge auf die USA verhindern kann.  © Morry Gash/AP/dpa

Für das amtierende Oberhaupt der USA findet bin Ladin nur positive Worte: "Ich bin ein Unterstützer von Präsident Trump, seit er 2015 angekündigt hat, dass er kandidiert. Ich habe ihn aus der Ferne beobachtet und bewundere die Entschlossenheit dieses Mannes."

Schon im Interview mit der New York Post Anfang September behauptete sie, dass Amerika unter Biden neue Terroranschläge bevorstehen werden: "Der IS hat sich unter der Obama/Biden-Regierung verbreitet und kam nach Europa. Trump hat gezeigt, dass er Amerika und uns (...) vor ausländischen Bedrohungen schützt, indem er Terroristen an der Wurzel auslöscht, bevor sie eine Chance bekommen, zuzuschlagen."

Bin Ladin ist die Tochter von Carmen Dufour, einer Schweizer Autorin, und Yeslam bin Ladin, einem älteren Halbbruder von Osama, von dem sich ihre Mutter bereits 1998 trennte.

Wegen Sturm aufs US-Kapitol: Anführer der rechtsextremen "Oath Keepers" verurteilt!
USA Politik Wegen Sturm aufs US-Kapitol: Anführer der rechtsextremen "Oath Keepers" verurteilt!


Sie selbst sei schon mehrfach in den USA gewesen und will demnächst sogar das New Yorker Denkmal besuchen, das an die Anschläge von 2001 erinnert - allerdings nur, wenn die Bevölkerung sich am 3. November gegen Joe Biden entscheidet: "Ich habe trotz des Namens, den ich trage, keine einzige schlechte Erfahrung mit Amerikanern gemacht."

Titelfoto: Morry Gash/AP/dpa; twitter.com/noorbinladin

Mehr zum Thema USA Politik: