Donald Trump greift Sohn von Joe Biden an

Cleveland - Der Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Joe Biden, hat Vorwürfe von US-Präsident Donald Trump gegen seinen Sohn Hunter Biden energisch zurückgewiesen.

Danville: Hunter Biden wartet 2012 auf den Beginn einer Debatte mit seinem Vater Joe Biden, dem damaligen US-Vizepräsidenten, am Centre College.
Danville: Hunter Biden wartet 2012 auf den Beginn einer Debatte mit seinem Vater Joe Biden, dem damaligen US-Vizepräsidenten, am Centre College.  © Pablo Martinez Monsivais/AP/dpa

Donald Trump verwies am Dienstag in Cleveland bei der ersten TV-Debatte vor der Präsidentschaftswahl am 3. November darauf, dass Hunter Biden wegen Drogenkonsums aus dem Militär entlassen worden sei.

Biden antwortete: "Mein Sohn hatte ein Drogenproblem, aber er hat es überwunden, und ich bin stolz auf ihn." Biden wies auch Vorwürfe Trumps zurück, dass Hunter Biden mit fragwürdigen Geschäften im Ausland Millionen gemacht habe.

Trump wirft Joe Biden vor, als Vizepräsident in der Regierung von Barack Obama versucht zu haben, seinen Sohn Hunter Biden vor der Justiz in der Ukraine zu schützen. Hunter Biden saß von 2014 bis 2019 im Aufsichtsrat des skandalumrankten ukrainischen Gasförderers Burisma.

Dazu wollte Trump Ermittlungen in der Ukraine erreichen. Der Konflikt brachte ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump ins Rollen, das im Februar mit einem Freispruch im Senat endete.

Die Republikaner argumentieren, Hunter Bidens hoch dotierter Posten bei Burisma sei ein Interessenskonflikt gewesen. Joe Biden war damals federführend für die US-Politik gegenüber der Ukraine verantwortlich. Die Demokraten argumentieren, Hunter Bidens Posten habe keinen Einfluss auf die Regierungspolitik gehabt. Joe Biden sagte, er habe mit seinem Sohn nie über dessen Auslandsgeschäfte gesprochen.

Joe Biden (r.), designierter Kandidat der Demokraten, tritt am 3. November 2020 gegen den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump an.
Joe Biden (r.), designierter Kandidat der Demokraten, tritt am 3. November 2020 gegen den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump an.  © Evan Vucci/Patrick Semansky/AP/dpa

Die Republikaner im Senat werfen Hunter Biden auch andere fragwürdige Geschäfte vor. Unter anderem heißt es in einem in der vergangenen Woche vorgelegten Bericht, Elena Baturina - umstrittene Unternehmerin und Witwe des früheren Moskauer Bürgermeisters - habe einer von Hunter Biden mitgegründeten Firma im Februar 2014 3,5 Millionen Dollar Beraterhonorar überwiesen.

Umstritten ist auch eine Reise von Vizepräsident Biden nach China Ende 2013, bei der ihn Hunter Biden begleitete. Trump wirft Hunter Biden vor, dort 1,5 Milliarden Dollar für einen Fonds eingesammelt und Millionen Dollar Profit gemacht zu haben. Hunter Biden hat das zurückweisen lassen. Die Faktenchecker der "Washington Post" kamen nach einer Prüfung zu dem Schluss, dass es dafür keine Beweise gebe.

Titelfoto: Evan Vucci/Patrick Semansky/AP/dpa

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