"Flamme der Demokratie": Wahlleute bestätigen Sieg von Joe Biden

Washington, D.C. - Seit Wochen ist klar, dass Joe Biden (78) die Präsidentenwahl gegen Amtsinhaber Donald Trump (74) gewonnen hat. Der erkennt seine Wahlniederlage aber immer noch nicht an. Nun bestätigen die Wahlleute Bidens Sieg - wenige Wochen vor dessen Einzug ins Weiße Haus.

Donald Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus.
Donald Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus.  © Patrick Semansky/AP/dpa

Die Abstimmungen der Wahlleute in den US-Bundesstaaten und dem Hauptstadtbezirk Washington haben den Sieg des Demokraten Joe Biden über Amtsinhaber Donald Trump bei der Präsidentenwahl bestätigt.

Der Demokrat Biden kam auf 306 Stimmen - wie auf Grundlage der zertifizierten Ergebnisse der Bundesstaaten nach der Wahl vom 3. November erwartet. Der Republikaner Trump konnte 232 Stimmen auf sich vereinen. Biden wollte sich noch am Montagabend zu seinem Wahlsieg äußern.

Das Votum der Wahlleute in Kalifornien hob Biden am Montagabend über die Schwelle der notwendigen 270 Stimmen, als letzter Bundesstaat besiegelte Hawaii das Endergebnis.

Der Präsident wird in den USA indirekt gewählt: Die insgesamt 538 Wahlleute stimmen stellvertretend für das Volk ab. In den allermeisten Bundesstaaten bekommt der Wahlsieger alle Stimmen der dortigen Wahlleute.

Bei den Abstimmungen am Montag gab es keine Abweichler, alle Wahlleute stimmten entsprechend der Ergebnisse ab - und machten damit vage Hoffnungen mancher Trump-Anhänger zunichte, dass das Wahlresultat auf diesem Wege womöglich noch zu kippen sei.

Biden fordert Trump zur Anerkennung seiner Niederlage auf und lobt die Demokratie

Joe Biden spricht im Queen-Theater, nachdem er von den Wahlleuten zum Präsidenten gewählt wurde.
Joe Biden spricht im Queen-Theater, nachdem er von den Wahlleuten zum Präsidenten gewählt wurde.  © Patrick Semansky/AP/dpa

Das offizielle Endergebnis der Präsidentenwahl wird am 6. Januar im Kongress in Washington verkündet. Biden soll am 20. Januar in der Hauptstadt vereidigt werden. An dem Tag endet Trumps Amtszeit automatisch, auch wenn er seine Niederlage nicht eingesteht.

Dass Biden die Wahl gewonnen hat, ist spätestens seit dem 7. November klar, als ihn führende US-Medien - wie in den Vereinigten Staaten üblich - zum Sieger ausgerufen hatten.

Mit einer Klagewelle haben Trump und seine Verbündeten versucht, das Wahlergebnis zu Gunsten des Amtsinhabers zu kippen. Weder er noch seine Anwälte oder seine Unterstützer haben Belege für ihre weitreichenden Vorwürfe vorgelegt. Mehr als 50 Klagen sind bereits gescheitert.

Am vergangenen Freitag wies auch der Supreme Court in Washington eine Klage ab, mit der Bidens Sieg in vier Bundesstaaten gekippt werden sollte. Trump hatte danach erklärt, den juristischen Kampf gegen seine Niederlage noch nicht aufgeben zu wollen.

"In diesem Kampf um die Seele Amerikas hat die Demokratie gesiegt", sagte Biden. "Die Flamme der Demokratie wurde in dieser Nation vor langer Zeit entzündet. Und wir wissen jetzt, dass nichts - nicht einmal eine Pandemie oder ein Machtmissbrauch - diese Flamme auslöschen kann."

Titelfoto: Patrick Semansky/AP/dpa

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