US-Wahl: Erstes TV-Duell zwischen Trump und Biden eine wahre Schlammschlacht

Cleveland (Ohio/ USA) - Gut einen Monat vor der US-Präsidentschaftswahl haben sich Amtsinhaber Donald Trump und Herausforderer Joe Biden in der ersten von drei Fernsehdebatten einen harten Schlagabtausch geliefert. Es gab wüste Wortgefechte, Attacken und Beleidigungen, viele Zuschauer waren am Ende verärgert. 

US-Präsident Trump will in eine weitere Amtszeit gehen.
US-Präsident Trump will in eine weitere Amtszeit gehen.  © Julio Cortez/AP/dpa

Die Themen der Diskussion und die oft weit auseinander liegenden Positionen machten die Gräben in Gesellschaft und Politik der USA deutlich.

Beim ersten TV-Duell griffen sich beide Kandidaten immer wieder persönlich an. "Sie sind der schlechteste Präsident, den Amerika je hatte", sagte Biden etwa. Trump wiederum hielt dem Kandidaten der Demokratischen Partei seinen Sohn Hunter Biden vor - dieser sei wegen Drogenkonsums aus den Streitkräften entlassen worden. Biden bestritt das.

Als besonders wichtige Themen des Wahlkampfs gelten die Bewältigung der Corona-Krise, der Klimawandel und die Rassismus-Debatte in den USA.

Corona, Klimawandel und Rassismus sind wichtige Themen

"Sie sind der schlechteste Präsident, den Amerika je hatte", sagte der demokratische Präsdentschafts-Kandidat Biden.
"Sie sind der schlechteste Präsident, den Amerika je hatte", sagte der demokratische Präsdentschafts-Kandidat Biden.  © Julio Cortez/AP/dpa

Zur Corona-Krise sagte Trump über Biden, dass dieser einen Shutdown wolle - Trump nicht. Der Kandidat der Demokraten konterte, Trump habe sich "völlig unverantwortlich" verhalten und so Tausende von Menschenleben gefährdet.

Des Weiteren kündigte Biden an, den von Trump angekündigten Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutz-Abkommen rückgängig zu machen.

Trump warf Biden vor, unbezahlbare Initiativen im Umweltschutz zu verfolgen und den Luftverkehr einschränken zu wollen.

Nach dem gewaltsamen Tod George Floyds sind die USA tief gespalten

Trump und Biden lieferten sich einen harten Schlagabtausch.
Trump und Biden lieferten sich einen harten Schlagabtausch.  © Morry Gash/AP Pool/dpa

Als besonders wichtiger, wie auch sensibler Wahlkampf-Punkt gilt das Thema Rassismus, mit dem die USA immer wieder zu kämpfen hat.

So bezeichnete Biden Trump als Rassisten - nach dem Tod von George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai habe der Präsident versucht, "rassistischen Hass zu erzeugen".

Zu den teilweise gewaltsamen Unruhen im Anschluss an den Tod Floyds in Minneapolis sagte Trump, die Regierung habe dort wieder für Ruhe gesorgt, "weil wir an Recht und Ordnung glauben - und du tust dies nicht, Joe", fügte der Präsident hinzu.

Weitere Themen des ersten von drei TV-Duellen waren unter anderem die US-Wirtschaft und die Besetzung einer Richterin am Supreme Court.

Amerikaner empfanden das erste TV-Duell als anstrengend

Trump sagte in der TV-Debatte, dass es Hinweise auf Versuche des Wahlbetrugs gäbe. "Ich hoffe, dass es eine faire Wahl sein wird", so der amtierende Präsident. Herausforderer Biden appellierte an die Amerikaner, so zu wählen, "wie es euch am besten passt" - ob per Briefwahl oder direkt an der Wahlurne. Er werde jedes Ergebnis akzeptieren, ob er die Wahl nun gewinnen oder verlieren werde.

Die erste Fernsehdebatte vor der Präsidentschaftswahl in den USA hat eine große Mehrheit der Amerikaner vor allem als anstrengend empfunden - 69 Prozent nannten als vorrangiges Gefühl, dass sie verärgert seien. In einer Blitzumfrage des Senders CBS sah eine knappe Mehrheit von 48 Prozent den Herausforderer Joe Bilden als Sieger im Schlagabtausch mit Präsident Donald Trump (41 Prozent).

Am 15. und am 22. Oktober sind noch zwei weitere Fernsehdebatten zwischen Trump und Biden geplant.

Titelfoto: Julio Cortez/AP/dpa

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