Irans Führer Chamenei: Israel muss entwurzelt werden

Teheran - Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei hat den unabhängigen jüdischen Staat Israel als Geschwulst in der Nahost-Region bezeichnet, die mit einem Dschihad (Heiliger Krieg) der Palästinenser entwurzelt und entfernt werden müsse. 

Ajatollah Ali Chamenei, oberster Führer des Iran, hält anlässlich des jährlichen al-Quds-Tages oder Jerusalem-Tages eine Fernsehansprache.
Ajatollah Ali Chamenei, oberster Führer des Iran, hält anlässlich des jährlichen al-Quds-Tages oder Jerusalem-Tages eine Fernsehansprache.  © -/Office of the Iranian Supreme Leader/dpa

Chamenei äußerte sich am Freitag anlässlich des so genannten Al-Kuds-Tages. Der Tag soll an die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967 erinnern. Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Benny Gantz warnten davor, Israel herauszufordern. Israel werde für alle Bedrohungen gerüstet sein, schrieb Gantz auf Facebook. Er wird Netanjahu im Herbst nächsten Jahres als Ministerpräsidenten ablösen.

Das Auswärtige Amt missbilligte die Äußerungen Chameneis. Es erklärte auf Twitter: "Wir verurteilen das Aufrufen zur Vernichtung Israels, die Legitimierung von Terror und das Verbreiten antisemitischer Inhalte auf das Schärfste. Solche israel-feindlichen Äußerungen wie nun erneut von iranischer Seite sind absolut inakzeptabel."

Der Zerfall Israels und die "Befreiung Palästinas" gehören seit Jahrzehnten zur außenpolitischen Doktrin des Irans.

Chamenei bezeichnete die Besetzung Palästinas und Vertreibung von Millionen Menschen von ihrem Land in seiner Rede im staatlichen Fernsehen als ein "einzigartiges Verbrechen" in der Weltgeschichte. Mit den "Verbrechern" der Zionisten in Israel sollte man daher mit Stärke vorgehen und nicht mit Verhandlungen, so der Ajatollah, der laut Verfassung das letzte Wort in allen strategischen Belangen hat.

Chamenei hatte mit einem Bild zur "Endlösung" in Jerusalem zuvor bereits scharfe Kritik ausgelöst. Die Zeichnung unter dem Motto "Palästina wird frei sein" zeigt den Jerusalemer Tempelberg. Darüber steht: "Die Endlösung: Widerstand bis zu einem Referendum."

Al-Kuds-Tag jährlich am Ende des Fastenmonats Ramadan

Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident von Israel.
Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident von Israel.  © Adina Valman/Knesset Spokespersons' Office/AP/dpa

Chamenei hatte dazu auf Twitter geschrieben: "Wir werden jede Nation oder Gruppe, die gegen das zionistische Regime ist und es bekämpft, unterstützen." Die "Eliminierung des zionistischen Regimes" bedeute nicht die der Juden. 

Es bedeute vielmehr, ein "aufgedrängtes Regime" wie das von Netanjahu abzuschaffen. Netanjahu und auch US-Außenminister Mike Pompeo hatten Chamenei für das "Endlösung"-Bild scharf verurteilt.

Bei der Wannsee-Konferenz in Berlin hatten 1942 fünfzehn ranghohe Vertreter des NS-Staats darüber beraten, wie die so genannte Endlösung der Judenfrage - die millionenfache Ermordung der europäischen Juden - möglichst effektiv umgesetzt werden kann.

Der Al-Kuds-Tag wird jedes Jahr am letzten Freitag des Fastenmonats Ramadan veranstaltet. 

Dieses Jahr wurden im Iran die staatlich-organisierten Massendemonstrationen wegen der Corona-Krise und der hohen Ansteckungsgefahr abgesagt - genauso wie ein von Präsident Hassan Ruhani vorgeschlagener Autokorso in der Hauptstadt Teheran. 

Titelfoto: -/Office of the Iranian Supreme Leader/dpa

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